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Vocalise Potsdam 2019

Von der deutschen Motette bis zum englischen Pop-Song

Die Vocalise Potsdam fokussiert sich dieses Jahr auf die europäische Musikgeschichte

vonJulia Hellmig,

Nicht nur schön, sondern auch gut soll das Vocalise Festival in diesem Jahr werden – „kalós kai agathós“ (altgriechisch für schön und gut) beschreibt eine Kombination, die seit Sokrates und Platon das europäische Denken beschäftigt. Deswegen möchte auch das Festival beglücken, moralische Tugenden sowie Werte vermitteln und im besten Fall sogar einen Hauch Vollkommenheit verströmen. Ganz schön hohe Forderungen, die Festivalleiter Ud Joffe an die Musik stellt – wenn auch nicht ganz ohne kleines Augenzwinkern. Mit dem Programm hingegen ist es dem israelischen Dirigenten ernst. Denn er möchte die großen europäischen Erfolge der Musikgeschichte zu Gehör bringen.

Im Eröffnungskonzert interpretiert die Vokalakademie Potsdam unter seiner Leitung bekannte und beliebte Motetten unter anderem von Brahms, Mendelssohn, Schumann und Wolf. Rein vokal bleibt es auch beim Konzert der „medlz“. Seit ihrem Karriereblitzstart werden die Damen aus Dresden schon als die beste weibliche A-cappella-Popband Europas bezeichnet. Bei den darauffolgenden Konzerten spielt das Ensemble „Mueckenheimer“ die berühmtesten Beatles-Songs und hofft dabei auf die lautstarke Unterstützung seines Publikums. Hier ist Mitsingen ausdrücklich erlaubt!

Buntes Programm im November: Vocalise Potsdam 2019

Mit Trevor Pinnock und der Kammerakademie Potsdam wird es in der Friedenskirche beschaulich: Die Premiere des geistlichen Musiktheaters „Lazarus – Lonely Child“ verbindet Musik von Schubert und Texte von Claude Vivier. Sven Helbig beschäftigt sich in seinem Konzert hingegen mit aktuellen Fragen. So verschmelzen in seinem Konzeptalbum „I Eat the Sun and Drink the Rain“ Volkslieder mit feinen harmonischen Verwebungen im Stile eines Arvo Pärt und elektronischer Minimal Music. In der Erlöserkirche steht Ud Joffe am Pult der Potsdamer Kantorei sowie des Kammerorchesters Potsdam und interpretiert Bernsteins kontrastreiche „Chichester Psalms“, Strawinskys komplexe „Psalmensinfonie“ sowie Rutters „Gloria“, das einen Meilenstein in seiner Karriere darstellt und noch immer ein beliebter Dauerbrenner im Chorrepertoire ist. Spätestens in der Nikolaikirche findet der eine oder andere Besucher den angekündigten Hauch der Vollkommenheit, wenn dort Händels „Messiah“ erklingt. Beim Abschlusskonzert spannt das Vokalensemble New York Poly­phony einen Bogen über siebenhundert Jahre A-cappella-Musik und stimmt damit bestens auf die Adventszeit ein.

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