ECHO Klassik 2017: Dominik Wagner

Reizvolle Tiefe

Mit dem Bassschlüssel zum Erfolg: Dominik Wagner überzeugt mit virtuosem Fingerspitzengefühl auf dem Kontrabass

© Daniel Delang

Dominik Wagner

Dominik Wagner

Den Kontrabass drängt es an für sich nicht unbedingt ins Rampenlicht. Patrick Süskind hat dem großformatigen Streichinstrument ein ganzes Theaterstück gewidmet, das sich mit der besonderen und ambivalenten Liebe des Musikers auseinandersetzt. Als tieftöniges Salz in der Suppe schafft der Kontrabass jedoch in jedem Ensemble ein unverzichtbares musikalisches Fundament und ist darüber hinaus auch als solistisches Instrument deutlich wendiger, als man vielleicht im ersten Moment vermuten würde.

Preise über Preise für Dominik Wagner

Der 20-jährige Wiener Kontrabassist Dominik Wagner poliert momentan mit virtuosen Eskapaden das etwas behäbige Image des Kontrabasses und ist in diesem Jahr dafür mit dem ECHO Klassik in der Kategorie Nachwuchskünstler ausgezeichnet worden.

Die Trophäe knüpft an eine ganze Reihe von Preisen an, denn Dominik Wagner war mit seinem Kontrabass unter anderem bereits beim ARD Musikwettbewerb, beim Eurovision Young Musicians Wettbewerb, dem Concorso di Bottesini, dem Internationalen Osaka Wettbewerb und dem Internationalen Golden Bass Wettbewerb erfolgreich. Sein außergewöhnliches Talent blieb in der Musikwelt nicht lange verborgen. Seit 2015 spielt Dominik Wagner in Anne-Sophie Mutters Ensemble Mutter’s Virtuosi, seit 2016 ist er Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung.

Zusammenspiel von Klarinette, Klavier und Kontrabass

Als vielseitiger Solist hat der Kontrabassist mit dem großen Viersaiter bereits mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem WDR Sinfonieorchester oder dem Münchner Kammerorchester konzertiert und zeigt sich auch kammermusikalisch aufgeschlossen und experimentierfreudig. Gemeinsam mit der Klarinettistin Vera Karner wurde er 2016 mit dem Fanny Mendelssohn Förderpreis ausgezeichnet und lotet auf dem ersten gemeinsamen Album „Gassenhauer Gassenbauer“ in eigenen Arrangements die musikalischen Möglichkeiten des Zusammenspiels von Klarinette, Klavier und Kontrabass aus.

Neben berühmten Kompositionen wie Ludwig van Beethovens „Gassenhauer Trio” oder Max Bruchs „Acht Stücken für Viola, Klarinette und Klavier“ haben die Musiker in dem Kontext auch mehrere Kompositionsaufträge vergeben, um das Repertoire für ihre ungewöhnliche Besetzung zu erweitern. Der ukrainische Komponist Mark Chaet, der Schweizer Komponist Paul Juon und der Wiener Komponist Georg Breinschmid haben in ihren Werken bekannte Melodien mit unterschiedlichen Einflüssen gemixt und den talentierten jungen Künstlern damit reizvolles musikalisches Material auf den Leib geschrieben.

Trailer zum Album „Gassenhauer Gassenbauer“:

Preisträger-Album

Gassenhauer Gassenbauer
Werke von Beethoven, Bottesini, Bruch u. a.

Vera Karner (Klarinette), Dominik Wagner (Kontrabass), Aurelia Visovan (Klavier), Streicher der Wiener Symphoniker
Berlin Classics

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *