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Rezension Christian Thielemann – Gurre-Lieder

Aus dem Vollen schöpfen

Christian Thielemann hat im März glücklicherweise noch Arnold Schönbergs gigantisch besetzte „Gurre-Lieder“ in der Semperoper aufgeführt.

vonEcki Ramón Weber,

Kurz vor dem ersten bundesweiten Corona-Lockdown im März gab es an der Semperoper noch Aufführungen der „Gurre-Lieder“. Ein Glücksfall, dass – lediglich zur internen Dokumentation – Audioaufnahmen entstanden. Daraus wurde eine Doppel-CD. Die „Gurre-Lieder“, Arnold Schönbergs opulent-lukullisch-symbolistischer Abschiedsgruß ans 19. Jahrhundert, einer der Supertanker der Musikgeschichte, haben eine gigantische Besetzung. Dafür würde unter Wahrung aktueller Abstandsregeln nicht einmal ein Fußballfeld ausreichen. Schönberg hat tief in die spätromantische Trickkiste mit ihren Illusions- und Überwältigungsstrategien gegriffen. Christian Thielemann und die Staatskapelle schöpfen aus dem Vollen, sorgen schon in der schillernden Ouvertüre für pralle Magie und setzen den gleißenden Klangrausch bis zum Ende fort. Bis auf Stephen Gould, der mit der – zugegebenermaßen – mörderischen Partie des Waldemar zu ringen hat, schlagen sich alle Solisten glänzend. Die Chöre sind hochpräsent. Ein echtes Erlebnis.

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Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden
Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden

Schönberg: Gurre-Lieder

Stephen Gould, Camilla Nylund, Christa Mayer, Markus Marquardt, Franz Grundheber, MDR Rundfunkchor Leipzig, Sächsischer Staatsopernchor Dresden, Gustav Mahler Jugendorchester, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann (Leitung)
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