Nach Mozart und Chopin hat sich der junge Kanadier Jan Lisiecki nun den Konzert-Stücken von Robert Schumann zugewandt. In dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Antonio Pappano hat er Geistesverwandte gefunden. Sie alle pflegen einen Schumann-Ton, der an den Extremen schnuppert, sie aber nicht entschieden genug austestet. Diese Aufnahme kann in vielen Punkten gefallen. Liesickis Geläufigkeit ist elegant, seine Akkorde und Oktaven wirken gut ausbalanciert, das Orchester spielt flüssig und kennt die Zonen, wo die Ausrufezeichen stehen, genau. Doch lauert immer wieder die Gefahr, dass Gefallen ins Gefällige umschlägt. Schumanns sensibler Geist, sein Spuken und sein geheimnisvolles Flüstern, die sinfonischen Netzwerke, die er in diesen fantasieartigen Werken spannt – all das bleibt untadelig, aber es packt den Hörer nicht oder nur selten.
CD-Rezension Jan Lisiecki
Sensibler Geist
Der junge Kanadier Jan Lisiecki hat sich den Konzert-Stücken von Robert Schumann zugewandt
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Jan Lisiecki wurde 1995 in Kanada als Sohn polnischer Eltern geboren und begann im Alter von fünf Jahren sein Klavierstudium am Conservatory der Mount Royal University. Bereits mit neun Jahren trat er erstmals mit Orchester auf. Seither konzertiert er weltweit mit renommierten…
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