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Rezension Johanna Summer – Resonanzen

Improvisatorisch weitererzählen

Jazzpianistin Johanna Summer ist mit ihren „Resonanzen“ an Komponisten von Bach über Grieg bis Ligeti der ganz große Wurf gelungen.

vonEcki Ramón Weber,

Das Debütalbum „Schumann Kaleidoskop“ der Jazzpianistin Johanna Summer beeindruckte auch ihre Klassikkollegschaft. Jetzt legt Summer nach mit „Resonanzen“ und einem Repertoire von Bach bis Ligeti. Das Ergebnis übertrifft, was man erwarten durfte. Summers Kreativität scheint keine Grenzen zu kennen. Bei jeder Vorlage durchdringt sie diese tief und deutet individuell aus, mal mit dem Wesenskern unter dem Mikroskop, mal mit kontrastierenden, jedoch stets stimmigen Positionen. Den Harmonien Bachs spürt sie sensibel nach, ihr Ligeti wird noch dynamischer und energiegeladener, die fragilen Gebilde Mompous lässt sie zart aufblühen. Bei Beethoven verbindet Summer Strenge mit Emotion, bei Ravel meißelt sie das perkussive Potenzial der Klangwolken heraus. Ihr Grieg wird überraschend groovy, Skrjabin düster und ekstatisch, und Verträumtes bei Tschaikowsky noch zärtlicher, um bald beschwingt zu glitzern. Ein großer Wurf.

Resonanzen

Johanna Summer (piano)
ACT

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