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Rezension Khatia Buniatishvili – Labyrinth

Völlig unerwartete Wendungen

Je länger man hört, desto mehr kann man die subkutane Logik der Empfindung auf Khatia Buniatishvilis Album „Labyrinth“ herausspüren.

vonFrank Armbruster,

„Labyrinth“: Das ist ein sehr treffender Titel für diese in jeder Hinsicht außergewöhnliche Produktion. Nicht nur, dass der Weg, auf den Khatia Buniatishvili den Hörer führt, immer wieder völlig unerwartete Wendungen nimmt, indem sie Werke unterschiedlichster Stile und Haltungen miteinander konfrontiert. Mitunter kann man sich auch vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn sie etwa Scarlattis Sonate K 32 wie in somnambuler Verklärung im Zeitlupentempo heruntertupft oder aus Chopins schlichtem Prélude e-Moll ein opernhaftes Drama macht. Und doch: Je länger man hört, desto mehr kann man in dieser zunächst beliebig wirkenden Dramaturgie eine subkutane Logik der Empfindung herausspüren, die Morricone mit Satie und Ligeti mit Bach zu verbinden weiß. Abgesehen davon ist das pianistisch von erlesener Qualität: Was Klangkultur anbelangt, macht der Georgierin so schnell keiner was vor.

Khatia Buniatishvili
Khatia Buniatishvili

Labyrinth
Morricone: Deborah’s Theme aus „Once upon a Time in America“
Satie: Gymnopédie Nr. 1
Chopin: Prelude Nr. 4
Ligeti: Etüde Nr. 5 Heft I „Arc-en-ciel“
J. S. Bach: Badinerie aus Orchestersuite Nr. 2, Air aus Orchestersuite Nr. 3, Adagio aus Concerto BWV 974 (nach Marcello) & Sicilienne aus Concerto BWV 599 (nach Vivaldi)
Rachmaninow: Vocalise op. 34/14
Gainsbourg: La Javanaise
Villa-Lobos: Valsa da dor
Couperin: Les Barricades mysterieuses
Brahms: Intermezzo op. 118/2
Pärt: Pari intervallo
Glass: I’m going to make care aus „The Hours“
D: Scarlatti: Klaviersonate d-Moll K. 32
Liszt: Consolation Es-Dur
Cage: 4’33“

Khatia Buniatishvili (Klavier)
Sony Classical

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