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CD-Rezension Maurizio Pollini – Chopin: Late Works

Würdevolle Lauterkeit

Pollinis Spiel hebt sich wohltuend ab von dem Manierismus, mit dem manche seiner Kollegen Chopins Musik als Mittel zur Selbstdarstellung missbrauchen

vonFrank Armbruster,

Maurizio Pollini und Chopin – das gehört zusammen. Der Gewinn des Chopin-Wettbewerbs 1960 bildete das Sprungbrett für Pollinis Karriere, in deren Verlauf er fast alles von Chopin eingespielt hat, vor allem seine Aufnahme der Etüden besitzt bis heute Referenzstatus. Dabei war Pollinis Zugang zu Chopin immer betont formbewusst und unsentimental. Rubatoverliebtheit pflegte er nie, und das gilt auch für diese CD mit Chopins späten Werken von op. 59 bis op. 64. Es mag zwar sein, dass Pollini die „Polonaise-Fantaisie“ op. 61 in seiner Aufnahme von 1975 packender gespielt hat – vermutlich muss der 75-Jährige technisch dem Alter etwas Tribut zollen. Doch seine Lauterkeit und Würde, die apollinische Klarheit, mit der sich vor allem der späten Mazurken und Nocturnes annimmt, heben sich wohltuend ab von dem Manierismus, mit dem manche seiner Kollegen Chopins Musik als Mittel zur Selbstdarstellung missbrauchen.

Chopin: Late Works
Mazurken Nr. 36-41 & 49
Nocturnes Nr. 17 & 18
Walzer Nr. 6-8
Barcarolle op. 60
Polonaise-Fantasie op. 61

Maurizio Pollini (Klavier)
Deutsche Grammophon

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