Manche Menschen glauben, dass die künstliche Intelligenz ein Katalysator der natürlichen Dummheit ist, weil wir durch sie das selbständige Denken verlernen. Für andere liegt in der KI das Heil der Menschheit, weil sie uns viele lästige Arbeiten abnimmt. Wie auch immer Sie die Sache sehen – aus dem alltäglichen Leben ist KI schon heute nicht mehr wegzudenken. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich auch die Kunst vermehrt des Themas annimmt. Am Saarländischen Staatstheater haben Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka gerade ihren „Ring“-Zyklus vollendet und eine düstere Science-Fiction-Vision der „Götterdämmerung“ inszeniert, in der unter anderem die KI das Geschehen dominiert. Jetzt nimmt sich das ungarische Regieduo, das wir in dieser concerti-Ausgabe porträtieren in Bayreuth Wagners „Rienzi“ vor. Eben dort geht man in Sachen KI sogar noch einen Schritt weiter und präsentiert den kompletten „Ring des Nibelungen“ als weltweit erstes KI-generiertes Bühnenexperiment.
Von einem der vielen auf dem Grünen Hügel „inszenierten Skandalen“, die wir in unserem Opern-Feuilleton vorstellen, kann man dann ja wohl nicht mehr sprechen, denn: Eine verantwortliche Regie gibt es hier nicht mehr. Vergleichsweise traditionell – mit den Mitteln des Zeichentrickfilms – hat das Aalto-Theater in Essen die Uraufführung von Samuel Penderbaynes neuer Familienoper auf die Bühne gebracht. Für uns ist „Die verzauberte Stadt“ die „Inszenierung des Monats“. Mit ihrer Geige verzaubern kann zweifellos auch die 23-jährige spanische Solistin María Dueñas, die im Rahmen unseres „Blind gehört“-Interviews den Aufnahmen ihrer Kollegen lauscht und diese musikalisch einordnet. Nicht zuletzt möchten wir Ihnen auch in diesem Heft wieder einige der interessantesten Sommer-Festivals in Deutschland und Europa vorstellen und Sie mit ausgewählten Tipps über Festivals und Konzerte in Ihrer Region auf dem Laufenden halten. Einen umfassenden Überblick über die Veranstaltungen in Ihrem Umkreis bietet unser Klassikprogramm. Wer braucht da noch die KI?
Viel Spaß bei der Lektüre!
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