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CD-Rezension Rudi Stephan: Chamber Works and Songs

Lächelnde Schwermut

Hier scheint das ganze 20. Jahrhundert vorgeprägt, von der zweiten Wiener Schule bis zur Postmoderne und Minimal Music

vonAndreas Falentin,

1915 fiel in Russland der 28 Jahre alte Komponist Rudi Stephan, dem nicht nur Gustav Mahler eine große Zukunft vorausgesagt hatte. Wie groß dieser Verlust in künstlerischer Hinsicht ist, hört man in der verdienstvollen Einspielung des Pianisten Hinrich Alpers vor allem in der „Groteske für Geige und Klavier“ und der „Musik für Sieben Saiteninstrumente“. Hier scheint das ganze 20. Jahrhundert vorgeprägt, von der zweiten Wiener Schule bis zur Postmoderne und Minimal Music. Das klingt frisch und sinnlich, experimentell fordernd, aber fassbar und lebensnah – und stets grundiert von einer sehr individuellen Stimmung, einer Art schwebender, fast lächelnder Schwermut. Allerdings leidet die Einspielung der gleichfalls spannenden Lieder an der mangelnden Textverständlichkeit der mit etwas viel Vibrato zur Werke gehenden Sopranistin Tehila Nini Goldstein.

Stephan: Chamber Works and Songs

Hinrich Alpers (Klavier), Kuss Quartett, Marie Pierre Langlamet (Harfe), Hanno Müller-Brachmann (Bariton), Tehila Nini Goldstein (Sopran), Nabil Shehata (Kontrabass), Agata Szymczewska (Violine)
Sony Classical (2 CDs)

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