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CD-Rezension Teodor Currentzis – Strawinsky: Le Sacre du Printemps

Triller als Thriller

Diese Aufnahme ist keine Verharmlosung, sie basiert nicht auf Verlegenheit, sondern auf Waghalsigkeit

vonChristoph Vratz,

In seinem Einführungstext zu Strawinskys Sacre schreibt Teodor Currentzis: „Grenzüberschreitung nicht als Übung, sondern als Lebensweise“. Das trifft es: Mit seinem Orchester MusicAeterna hat er das einstige Skandal-Ballett aufgenommen, mit allen Risiken und Nebenwirkungen: mit einer Schärfe, die stellenweise etwas Chirurgisches hat; mit einer Prägnanz, die den diffizilen Rhythmen schonungslos gerecht wird; mit einer federnden Wachheit; mit einem jederzeit plastischen Einsatz der Solo-Instrumente, mit dem Mut zu schroffen, radikalen Übergängen, aber auch zu lang gezogenen Steigerungen. Das atmet, wuchtet. Diese Aufnahme ist keine Verharmlosung, sie basiert nicht auf Verlegenheit, sondern auf Waghalsigkeit – kein Wunder, dass die Triller Thriller-Charakter besitzen. Der Tanz ist bei Currentzis keine Übung der Grazie, sondern der Ekstase. In Extrembereichen fühlt er sich am wohlsten.

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