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Rezension Valer Sabadus – Caro Gemello

Ein Hör-Fest

Valer Sabadus kann, mit loderndem Feuer unterstützt von Concerto Köln, auf die Verführungskraft der eigenen Stimme vertrauen.

vonSabine Näher,

Die legendäre Ausstrahlung des italienischen Sängers Farinelli wird bis heute gepriesen. Als Neunjähriger wurde der Knabe mit der schönen Stimme auf Wunsch des Vaters kastriert, um seine Sängerkarriere zu sichern. Der Plan ging auf – wenn auch um einen hohen Preis. Wer sich heute an typischem Farinelli-Repertoire versucht, muss mit einer hohen Erwartungshaltung rechnen. Für einen Film über den Megastar des Barock wurden sogar zwei Stimmen (einer Altistin und eines Countertenors) verschmolzen, um die besondere, androgyne Faszination zu erzeugen. Valer Sabadus muss, mit loderndem Feuer unterstützt von Concerto Köln, alleine auf die Verführungskraft der eigenen Stimme vertrauen. In Arien von Caldara, Hasse, Porpora oder Giacomelli führt er gleichermaßen eine glanzvolle Technik vor wie funkelnden Stimmglanz. Das Orchester kann in jeder Hinsicht mithalten. Eine Arie huldigt Farinelli gleich doppelt: Sie stammt aus seiner Feder. Ein vokales wie instrumentales Hör-Fest!

Caro Gemello – Farinelli & Metastasio
Conforto: Ezio-Sinfonia & Se d’amor, se di contento aus „La Nitteti“
Giacomelli: Amor, dover, rispetto aus „Adriano in Siria“
Caldara: Sinfonia & zwei Arien aus „La Morte d’Abel“
Hasse: Di quello ch’io provo aus „Ruggiero“
Broschi: Ecco quel fiero istante aus „La Partenza“
Porpora: Senti il fato & Alto Giove aus „Polifemo“, Il pie s’allontana aus „Angelica e Medoro“

Valer Sabadus (Countertenor), Concerto Köln
Sony Classical

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