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Rezension Vasily Petrenko – Mahler: Dritte Sinfonie

An Mahler verhoben

Der Konzertmitschnitt von Mahlers Dritter aus der Londoner Royal Albert Hall mit Vasily Petrenko kann leider nicht mit glorreichen Vorgängern mithalten.

vonEcki Ramón Weber,

Gustav Mahlers Dritte aufzuführen, ist stets ein Riesenakt. Schließlich wollte der Komponist damit in gut 100 Minuten eine ganze Welt abbilden. Eine Vision „in ihr eigenstes Wesen“, so Mahler, wollte er damit erschaffen, tönende Natur, Menschliches, Metaphysisches. Zu diesem Zweck setzte er verschiedenste Musikidiome ein, ausgeführt von einem großen Orchesterapparat, Gesangssolo, Frauen- und Knabenchor. Da heißt es vom ersten bis sechsten Satz, die jeweils einen ganz eigenen Charakter haben, mit Weitblick zu disponieren und die Spannung zu halten. Und die Emotionen geschickt zu bündeln. Vasily Petrenko hat mit dem Royal Philharmonic Orchestra in der Londoner Royal Albert Hall diese Tour de Force unternommen. Jetzt ist das Ergebnis als Konzertmitschnitt auf CD zu hören. Was zuerst auffällt: Die Aufnahme ist etwas zu hallig. Auch die Intonation der Bläser ist nicht immer sicher. Zudem knallen manche Kräfte etwas heraus. Im finalen „Adagio“ schließlich wirkt manches ein bisschen zu sehr als kalkulierter Effekt, es fehlt das betörende Strömen, dieser mächtige instrumentale Gesang, der große Choral, in seiner Dringlichkeit, die einem sonst Gänsehaut verursacht.

Mahler: Sinfonie Nr. 3 d-Moll

Hanna Hipp (Mezzosopran), Philharmonia Chorus, Tiffin Boys’ Choir, Royal Philharmonic Orchestra, Vasily Petrenko (Leitung)
Harmonia Mundi

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