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Rezension Yannick Nézét-Séguin – Mahler: Sinfonie Nr. 8

Parforceritt

Bei allem Enthusiasmus, den Yannick Nézét-Séguin auf dieser Aufnahme dokumentiert, wäre etwas mehr Reduktion durchaus zuträglich gewesen.

vonChristian Lahneck,

Mehr passt auf eine CD wohl nicht drauf als diese über 83 Minuten, in denen Yannick Nézet-Séguin Gustav Mahlers 8. Sinfonie bewältigt. Ein Parforceritt, den er, Vokalsolisten, drei Chöre und das Philadelphia Orchestra da bewältigen. Der Kanadier am Pult ist kein Mann, der gern kleckert, lieber klotzt er, schwungvoll, emphatisch. Insofern kommt diese Musik seinem Ideal entgegen. Nézet-Séguin dreht das große Schwungrad und nähert sich damit Simon Rattle an, der sich von der peniblen Korrektheit Abbados ebenso absetzt wie von Soltis Überschrei. Das geschärfte Detail nimmt Nézet-Séguin ebenso ins Visier wie den dramaturgischen Bogen hin zum zweiten Teil. Das Gloria nimmt er „wieder frisch“, wie Mahler vorgibt, anders als der jeder Kirchenglanzfreude abholde Gielen. Bei allem Enthusiasmus, den diese Aufnahme dokumentiert, wäre hier und dort etwas mehr Reduktion jedoch durchaus zuträglich gewesen.

Yannick Nézet-Séguin
Yannick Nézet-Séguin © Hans van der Woerd

Mahler: Sinfonie Nr. 8 (live)

Philadelphia Orchestra, Yannick Nézét-Séguin (Leitung)
Deutsche Grammophon

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