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Termintipp

Kampe: Gefährliche Operette

Ach ja, die Operette! Da denken Kenner und Liebhaber sogleich an Lehárs „Lustige Witwe“, Strauss’ „Fledermaus“ oder Kálmáns „Csárdásfürstin“. Doch vom schwelgenden Melodientaumel der Belle Époque wird an diesem Abend kaum etwas zu spüren sein. Die musikalische Inspiration für seine „Gefährliche Operette“ holt sich Komponist Gordon Kampe aus den wilden 1920er-Jahren und unterlegt seine Revue- und Cabaret-Songs mit Texten von Schorsch Kamerun, Wiglaf Droste, Marc-Uwe Kling und anderen Autoren, deren Witz sich an der Gegenwart entzündet.

So verwandelt sich das Wohlfühlklima der titelgebenden Gattung in einen unberechenbaren Sturm aus Jazz, Noise, Elektro-Pop und freiem Experiment. Dabei liebäugelt diese rasante, durchgeknallte, bisweilen bösartige Revue auch mit dem Theater. Eine echte Herausforderung für den einen Sänger, der hier in etlichen Rollen auftritt: mal als Donald Trump mit einer Musiknummer aus Originalzitaten, mal als elegante Dame, dann wieder als er selbst. Alles, was entsteht, steht auf der Kippe, zerfällt, setzt sich von neuem zusammen und bricht mit sämtlichen Erwartungen. Die lässt man an diesem Abend eh besser gleich zu Hause.

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