Die Wiedereröffnung des Kleinen Hauses am Staatstheater Darmstadt ist mehr als eine bauliche Nachricht. Als künstlerisches Ausrufezeichen inszeniert Intendant Karsten Wiegand selbst die erste Premiere im sanierten Haus und wählt mit Claudio Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ ein Werk, das die moralischen Grundfesten des Publikums erschüttern dürfte. In der antiken Kulisse Roms entfaltet sich ein Polit-Thriller der grausamen Art. Im Zentrum steht Poppea, die mit Kalkül und Erotik nach der Krone greift. Ihr zuliebe verstößt Kaiser Nero seine Gattin Ottavia und treibt seinen Mentor Seneca in den Selbstmord. Das Besondere: Monteverdi und sein Librettist Busenello lassen das Böse triumphieren. Dazu komponierte Monteverdi als Kontrast unwiderstehlich schöne Klänge. Seine letzte Oper wurde in der venezianischen Karnevalssaison 1642 uraufgeführt und dreht sich ganz um Protagonisten, die aus unserer Gegenwart gegriffen sein könnten. Die musikalische Leitung ist mit Barockspezialist Clemens Flick, der seit einiger Zeit René Jacobs assistiert, hochkarätig besetzt.
Monteverdi: Die Krönung der Poppea
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„Am Ende zählt die künstlerische Wahrheit“
Über Wagner kam Michael Volle zur Oper – und von Mannheim bis nach Bayreuth, wo er dieses Jahr als Wotan im sogenannten „KI-Ring“ zu erleben ist.
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