Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München haben vor einigen Jahren einmal nachgezählt: In mehr als 900 Werken aus der klassischen Musik, die mit Aufkommen der Moderne seit Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sind, bedienten sich die Komponisten der Nacht als Thema. Eines der bekanntesten kammermusikalischen Beiträge ist Arnold Schönbergs Streichsextett „Verklärte Nacht“, das in spätromantisch-modernen Tönen den nächtlichen Spaziergang eines frisch verliebten Paares samt moralischem Dilemma beschreibt. Die Streicher der Bochumer Symphoniker, angeführt vom Ersten Konzertmeister Raphael Christ, stellen Schönbergs einst skandalträchtiges und psychologisch vielschichtiges Tongebilde ins Zentrum ihres mit „Nachtmusiken“ überschriebenen Abends. Weniger philosophisch gedacht lässt sich der Titel durch die Brille der Wiener Klassik aber auch als Synonym für heitere und festliche Musik lesen, zu der ein Abend unter freiem Himmel ausklingt und in die Nacht übergeht – etwa mit Mozarts kammermusikalisch anspruchsvollen und mitunter effektreichen Serenaden.
Bochumer Symphoniker, Raphael Christ (Leitung)
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