Ankündigung: Eine Woche rund um Claude Debussy

Komponist und Vordenker

Am 25. März jährt sich der Todestag von Claude Debussy zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass beginnt morgen unsere Themenwoche über das Leben und Wirken des französischen Komponisten

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Claude Debussy

Claude Debussy

Claude Debussy war nicht nur einer der bekanntesten Komponisten seiner Zeit, er war auch ein Mann von Welt, der zunächst als Pianist und Klavierlehrer in den besten Kreisen verkehrte. Unter anderem bei Nadeshda von Meck, die heute vor allem als Mäzenin Tschaikowskys bekannt ist, und mit der er viel durch Europa reiste. Später, als er Erfolge als Komponist feiern konnte, gehörte er selbst zu der gehobenen Pariser Gesellschaft. Debussy legte stets großen Wert auf gutes Aussehen, war immer perfekt gekleidet und hatte tadellose Manieren.

In genau einer Woche jährt sich der 100. Todestag des Impressionisten. Grund genug, einen genaueren Blick auf diese Persönlichkeit zu werfen. Bis zum 25. März wird es deswegen täglich einen Artikel geben, die den Menschen und Komponisten Debussy näher beschreiben.

Claude Debussy: Leben und Wirken

Als Komponist gilt Debussy, der am Anfang seiner Karriere noch an der romantischen Tradition festhielt, als Begründer einer neuen Gattung: des Impressionismus’. Eines seiner Schlüsselwerke, das für den neuen Kompositionsstil steht und Debussy selbst schließlich den großen Durchbruch brachte, ist das „Prélude à l’après-midi d’un faune“ („Nachmittag eines Fauns“), das wir im Rahmen unseres „Werks der Woche“ näher thematisieren werden.

So erfolgreich wie Debussys Karriere verlief, so chaotisch war sein Privatleben. Er kann sogar als Schwerenöter und Herzensbrecher bezeichnet werden: Mit seinem Charisma schaffte er es, Frauen jeder Couleur um seinen Finger zu wickeln. Doch dies hatte auch seine Schattenseiten, denn seine chronische Untreue führte bei zwei Frauen aus lauter Verzweiflung zu einem Selbstmordversuch, weshalb wir einen Artikel dem Thema „Debussy und die Frauen“ widmen.

Musik nicht nur für den Konzertsaal

© gemeinfrei

Claude Debussy am Klavier im Hause seines Freundes Ernest Chausson, 1893

Claude Debussy am Klavier im Hause seines Freundes Ernest Chausson, 1893

Während das „Prélude à l’après-midi d’un faune“ bei seiner Uraufführung eher zwiespältig aufgenommen wurde, avancierte das Klavierstück „Clair de lune“, der dritte Satz der „Suite bergamasque“ zu einem Publikumsliebling. Bis heute wird das Stück nicht nur im Konzertsaal gespielt, sondern ist auch ein beliebtes Werk der Filmmusik. Spätestens seit den „Twilight“-Verfilmungen ist es einem noch größeren Publikum bekannt. In drei der insgesamt fünf Filme ist die Komposition zu hören. In dem Artikel „‘Clair de lune’ – der Fluch des Mainstreams“, zeigen wir weitere Filmbeispiele und Adaptionen des Werks auf.

Den 100. Todestag Debussys haben viele Künstler zum Anlass genommen, um seine Werke einzuspielen. Einige dieser aktuellen CDs werden wir im Rahmen unserer Debussy-Woche vorstellen. Ein besonderes Augenmerk richten wir auf das neue Album „Unfolding Debussy“ der Pianistin Marina Baranova. Im concerti-Interview berichtet die gebürtige Ukrainerin von ihrer Motivation und ihrer Liebe zu dem Komponisten.

Was von Debussy geblieben ist

All diese Themen erwarten Sie ab morgen in unserer Debussy-Woche. Hinzu kommt dann am 25. März, Debussys Todestag, die zentrale Frage, was heute vom Impressionisten geblieben ist – und warum seine Werke noch immer gespielt werden.

Eines der bekanntesten Werke von Claude Debussy „Clair de lune“:

Eine Antwort zu “Komponist und Vordenker”

  1. Lenz, Dagmar sagt:

    Ein großartiger Tonmaler, der es verstand, dem Bedürfnis nach meditativen Klängen (früher wohl als Schlafzimmermusik bezeichnet) nachzukommen als auch den aktiven Rhythmen aus Übersee eine europäische Plattform zu geben und sie zu kultivieren mit allem Esprit, welches ein gespielter Tanz (calk walk) zu bieten hat. Debussy lässt einen dahinschmelzen oder es zuckt einem in den Beinen. Wer choreografiert ihn endlich? Malerporträts gibt es schon genug. Wir wollen einen Film über ihn. Und keinen Missbrauch seiner Musik – anonymisiert als Hintergrundmusik. Und immer wieder viele Künstler, die seine Seele für uns nacherleben lassen. Das ist Antigewaltprogramm in allen Schattierungen. Bei Debussy kann jeder nach seiner Fasson glücklich werden.

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