concerti Bücherfrühling – Jörg Maurer: „Beethovens kleine Patzer“

Ohne falsche Ehrfurcht

Jörg Maurers Kabarettprogramm „Beethovens kleine Patzer“ nähert sich mit abgründigem Witz, beißendem Spott und ohne jede falsche Ehrfurcht den Geistesgrößen von Beethoven über Mozart und Schubert bis Goethe und Schiller.

© Gaby Gerster

Jörg Maurer

Jörg Maurer

2002, zum 175. Todesjahr Beethovens, entstand Jörg Maurers Kabarettprogramm „Beethovens kleine Patzer“. Neues zum 200. Geburtstag liefern konnte der Erfolgsautor der Garmisch-Krimis um Kommissar Jennerwein leider nicht, da er nicht mehr als Musikkabarettist auftritt. Das ist so bedauerlich wie verständlich, denn Maurer pflegte sich auf der Bühne quer durch die anspruchsvollste Klavierliteratur zu spielen, um seine urkomischen Texte passgenau zu illustrieren. Und dazu muss man üben, und zwar regelmäßig.

Aufgrund der großen Nachfrage nach seinen Krimis fehlt dem Autor dazu die Zeit. Wie schön, dass der Mitschnitt einer Veranstaltung aus dem Jahr 2005 an diese unvergesslichen Erlebnisse erinnert. Mit abgründigem Witz, beißendem Spott und ohne jede falsche Ehrfurcht nähert sich Maurer den Geistesgrößen von Beethoven über Mozart und Schubert bis Goethe und Schiller. Aufgrund seiner profunden Kenntnis der Materie und der spürbaren Liebe zu ihren Werken bringt er dem Publikum die Künstler und ihr Schaffen auf unnachahmliche Art und Weise näher. Sein analytischer Blick ist messerscharf, erfasst das Wesentliche und präsentiert es mit unvergleichlichem Humor. Ein unnachahmlicher Höhepunkt: die Sicht von Mozart, Schubert, Johann Strauß und Eric Satie auf die „Ode an die Freude“. Noch eins drauf setzt die Nummer des schwarzen Jazzmusikers aus L. A., der seine Freundin nur mit Beethoven rumkriegt. Auch Shakespeares Text auf „Für Elise“ ist ein echtes Highlight. Und nebenbei erklärt der Tausendsassa mit Bach noch rasch die Kunst der Fuge.

Hörbuch-Tipp

Jörg Maurer: Beethovens kleine Patzer

Live-Kabarett aus München aus dem Jahr 2005
argon hörbuch

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