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Mein Lieblingsstück: Claire Huangci

Ravel: Klavierkonzert für die linke Hand

Pianistin Claire Huangci entdeckte Maurice Ravels Klavierkonzert für die linke Hand im Alter von dreizehn Jahren.

vonJulia Hellmig,

Ravel schrieb das Werk unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs. Weil er zu klein war, wurde er zunächst als dienstuntauglich eingestuft, aber er wollte trotzdem zum Militär. Er wurde schließlich Kraftfahrer und hat während dieser Zeit Furchtbares gesehen und erlebt. Einmal musste er wegen einer Reifenpanne eine Woche lang im Wald ausharren und hatte schon fast mit seinem Leben abgeschlossen. Das habe ich in seinen Briefen gelesen, die er an seine Mutter und seine Freunde geschrieben hat. Ich beschäftige mich immer gerne mit dem Leben und Umfeld eines Komponisten, um mehr über sein Werk zu erfahren. Denn ich bin ja wiederum diejenige, die es interpretiert.

Gedenken an die Opfer des Krieges

Das Klavierkonzert habe ich durch meinen ersten Lehrer Gary Graffman kennengelernt, da war ich dreizehn Jahre alt. Zuerst habe ich nicht so recht verstanden, warum es ein Werk nur für eine Hand gibt, denn schließlich habe ich doch zwei Hände, mit denen ich spielen kann. Aber Graffman hatte selbst eine Verletzung an seiner rechten Hand und hat sich deshalb auf dieses Repertoire spezialisiert. Ravel hat das Werk für Paul Wittgenstein komponiert, der im Krieg seinen rechten Arm verloren hatte. Deswegen sehe ich das Konzert auch als eine Art Gedenken an die Opfer des Krieges. Und es hat andere Komponisten inspiriert, weitere Werke für die linke Hand zu schreiben, zum Beispiel Prokofjew. Es ist nicht nur eine Herausforderung für den Solisten, sondern auch ein großes Werk für das Orchester. Es ist fast schon wie ein Kampf: Orchester gegen die linke Hand.

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