Mein Lieblingsstück: Claire Huangci

Ravel: Klavierkonzert für die linke Hand

Pianistin Claire Huangci entdeckte Maurice Ravels Klavierkonzert für die linke Hand im Alter von dreizehn Jahren.

© Gregor Hohenberg

Claire Huangci

Claire Huangci

Ravel schrieb das Werk unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs. Weil er zu klein war, wurde er zunächst als dienstuntauglich eingestuft, aber er wollte trotzdem zum Militär. Er wurde schließlich Kraftfahrer und hat während dieser Zeit Furchtbares gesehen und erlebt. Einmal musste er wegen einer Reifenpanne eine Woche lang im Wald ausharren und hatte schon fast mit seinem Leben abgeschlossen. Das habe ich in seinen Briefen gelesen, die er an seine Mutter und seine Freunde geschrieben hat. Ich beschäftige mich immer gerne mit dem Leben und Umfeld eines Komponisten, um mehr über sein Werk zu erfahren. Denn ich bin ja wiederum diejenige, die es interpretiert.

Gedenken an die Opfer des Krieges

Das Klavierkonzert habe ich durch meinen ersten Lehrer Gary Graffman kennengelernt, da war ich dreizehn Jahre alt. Zuerst habe ich nicht so recht verstanden, warum es ein Werk nur für eine Hand gibt, denn schließlich habe ich doch zwei Hände, mit denen ich spielen kann. Aber Graffman hatte selbst eine Verletzung an seiner rechten Hand und hat sich deshalb auf dieses Repertoire spezialisiert. Ravel hat das Werk für Paul Wittgenstein komponiert, der im Krieg seinen rechten Arm verloren hatte. Deswegen sehe ich das Konzert auch als eine Art Gedenken an die Opfer des Krieges. Und es hat andere Komponisten inspiriert, weitere Werke für die linke Hand zu schreiben, zum Beispiel Prokofjew. Es ist nicht nur eine Herausforderung für den Solisten, sondern auch ein großes Werk für das Orchester. Es ist fast schon wie ein Kampf: Orchester gegen die linke Hand.

Termine

Freitag, 27.11.2020 17:00 Uhr Congresshalle Saarbrücken

Claire Huangci, Deutsche Radio Philharmonie, Jaime Martín

Albinoni: San Marco, Mozart: Klavierkonzert d-Moll KV 466 & Sinfonie D-Dur KV 385 „Haffner“

Freitag, 27.11.2020 20:00 Uhr Congresshalle Saarbrücken

Claire Huangci, Deutsche Radio Philharmonie, Jaime Martín

Albinoni: San Marco, Mozart: Klavierkonzert d-Moll KV 466 & Sinfonie D-Dur KV 385 „Haffner“

Sonntag, 13.12.2020 20:00 Uhr Stadthalle Gütersloh

Claire Huangci, Nordwestdeutsche Philharmonie, Yves Abel

Ravel: Le Tombeau de Couperin, Paderewski: Klavierkonzert a-Moll op. 17, Mussorgski/Ravel: Bilder einer Ausstellung

Mittwoch, 06.01.2021 11:00 Uhr Festspielhaus Erl

Abschlusskonzert

Tiroler Festspiele Erl
Montag, 18.01.2021 19:30 Uhr Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Claire Huangci, Neue Philharmonie Westfalen, Noam Zur

Szymanowski: Konzertouvertüre E-Dur op. 12, Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 29 „Polnische“

Dienstag, 19.01.2021 19:30 Uhr Ruhrfestspielhaus Recklinghausen

Claire Huangci, Neue Philharmonie Westfalen, Noam Zur

Szymanowski: Konzertouvertüre E-Dur op. 12, Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 29 „Polnische“

Mittwoch, 20.01.2021 19:30 Uhr Konzertaula Kamen

Claire Huangci, Neue Philharmonie Westfalen, Noam Zur

Szymanowski: Konzertouvertüre E-Dur op. 12, Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 29 „Polnische“

Freitag, 29.01.2021 20:00 Uhr Städtisches Bühnenhaus Wesel

Claire Huangci, Neue Philharmonie Westfalen, Noam Zur

Szymanowski: Konzertouvertüre E-Dur op. 12, Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 29 „Polnische“

Donnerstag, 08.04.2021 20:00 Uhr Residenz München

Claire Huangci, Kammerorchester der Münchner Philharmoniker, Lorenz Nasturica-Herschcowici

Mozart: Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur KV 271 „Jenamy“, Sinfonien F-Dur KV 138 & Nr. 29 A-Dur KV 201, Haydn: Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur

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