Mein Publikumserlebnis ...

… Simon Höfele

Während der Votingphase für das Publikum des Jahres 2019 fragen wir Künstler nach ihren besonderen Publikumserlebnissen. Heute erzählt Trompeter Simon Höfele.

© Marco Borggreve

Simon Höfele

Simon Höfele

Man spürt, ob das Publikum bei einem ist. Immer. Dabei weiß ich gar nicht, wie man das Gefühl beschreiben kann, wenn die Zuhörer nicht bei einem sind. Dann ist da irgendwie eine Distanz. Man ist machtlos und denkt sich: Eigentlich läuft doch alles gut, wir haben Spaß, warum kommt das jetzt nicht an? Später wiederum spielt man das gleiche Programm in einer anderen Stadt, und plötzlich klappt alles. Es ist nicht vorhersehbar. Die schönsten Publikumserlebnisse habe ich immer, wenn ich die Konzerte moderiere, weil man dann die Distanz zwischen dem Publikum und den Musikern auf der Bühne überwindet und nicht abgeschottet auf der Bühne steht und nur Musik macht. Man spürt dann immer, wie sich alle im Saal auf die Sache einlassen. Das klappt vor allem bei zeitgenössischer Musik sehr gut. Man kann das Publikum da wirklich begeistern, auch für besonders spröde Programme.

Überzeugt sein Publikum mit Moderation: Simon Höfele

Ich weiß nicht mehr ganz genau, wo es war, aber es war ein Konzert mit Simone Rubino, bei dem wir ein wirklich außergewöhnliches Programm gespielt haben. Das Publikum war im Durchschnitt sehr alt. Wir haben es aber geschafft, mit unserer Moderation die Musik sehr glaubhaft rüberzubringen und das Verkopfte, das ihr anhaftete, wegzunehmen. Nach dem Konzert kamen dann viele Leute begeistert auf uns zu, wobei jeder Satz stets so anfing: „Also, eigentlich mag ich zeitgenössische Musik ja gar nicht, aber…“. Häufig wissen viele nicht, was man mit dieser Musik aussagen will. Moderation bietet sich da einfach an, weil ich immer wieder feststelle, dass das Publikum sehr dankbar dafür ist, gerade dann, wenn ich noch eine persönliche Geschichte einbringe. Wenn man den Leuten, egal aus welcher Generation sie stammen und egal mit welcher Haltung sie in das Konzert gekommen sind, etwas an die Hand gibt, kann man sie auch für sich gewinnen. Ich bin selber immer sehr dankbar als Zuhörer, wenn jemand mit dem Publikum redet und seine Emotionen teilt. Zum Beispiel habe ich letztens ein Konzert mit Nils Mönkemeyer gehört. Er hat Jimi Hendrix’ „Voodoo Child“ auf der Bratsche interpretiert und vorab so nett erklärt, was ihn dazu bewogen hat. Es hat einfach wunderbar gepasst.

Wer wird das Publikum des Jahres 2019? Stimmen Sie jetzt ab.

Termine

Dienstag, 21.01.2020 19:30 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Simon Höfele, Frank Dupree

Hindemith: Trompetensonate, Parès: Crépuscule, Enescu: Légende, Srnka: Auftragswerk, Antheil: Trompetensonate, Ravel: Une Barque sur l’océan, Gershwin: Three Preludes, Kapustin: 24 Jazz Preludes op. 53 (Auswahl)

Freitag, 24.01.2020 20:00 Uhr Zeughaus Neuss

Simon Höfele, Kärt Ruubel

Werke von Ravel, Bozza, Charlier, Enescu u. a.

Donnerstag, 06.02.2020 20:00 Uhr Staatstheater Darmstadt

Simon Höfele, Simone Rubino

Brenner: Bodypercussion, Takemitsu: Paths, Stockhausen: Tierkreis, Xenakis: Rebonds B, Srnka: Commission, Rubino: La luna piena u. a.

Samstag, 08.02.2020 17:00 Uhr Konzerthaus Dortmund
Freitag, 06.03.2020 20:00 Uhr Ehemalige Synagoge Fellheim

Simon Höfele, Mona Asuka

Werke von Savard, Gallois-Montbrun, Mozart, Hindemith, Hosokawa, Chopin, Enescu, Charlier & Gershwin

Sonntag, 05.04.2020 11:00 Uhr Badisches Staatstheater Karlsruhe
Montag, 06.04.2020 20:00 Uhr Badisches Staatstheater Karlsruhe
Mittwoch, 29.04.2020 20:00 Uhr Konzerthaus Berlin
Mittwoch, 06.05.2020 19:30 Uhr Rosengarten Mannheim

Fata Morgana

Mannheimer Meisterkonzert
Sonntag, 24.05.2020 11:00 Uhr Congresshalle Saarbrücken

Simon Höfele, Saarländisches Staatsorchester, Christian Jost

Barber: Adagio for Strings, Pietà: In memoriam Chet Baker, Korngold: Sinfonie Fis-Dur op. 40

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