Internationales MusikFestival von Colmar

Warum er für die Musikwelt so wichtig war

Beim Internationalen MusikFestival von Colmar treffen große Namen auf eine junge Klassik-Elite.

© chatst2/Pixabay

Colmar

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Im Zentrum des Internationalen MusikFestivals von Colmar steht jedes Jahr die Hommage an einen großen Musiker. In den vergangenen Jahren waren dies unter anderem Evgenij Kissin, Jascha Heifetz oder Maurice André. Auch Leonard Bernstein, Pau Casals und Arthur Rubinstein gehörten schon zu den Porträtkünstlern. In diesem Jahr blickt das Festival auf Claudio Abbado, der fünf Jahre nach seinem Tod noch immer eine Inspirationsquelle für viele Musiker ist und das nicht nur für Weggefährten wie Renaud und Gautier Capuçon, die in jungen Jahren als Solisten des Gustav Mahler Jugendorchesters wesentliche Impulse des Orchestergründers Abbado erhielten, oder Emmanuel Pahud, der als Soloflötist der Berliner Philharmoniker den Dirigenten bestens kannte. Alle drei Musiker sind Teil der Hommage mit Konzerten am ersten Festivalwochenende. Auch Abbados Witwe Viktoria Mullova gedenkt gemeinsam mit ihrem Sohn, dem Jazz-Kontrabassisten Misha Mul­lov-Abbado, ihres Ehemanns mit einem Programm, das Klassik und Jazz, Orient und Okzident, Vergangenheit und Zukunft vereint.

© Dieter Nagl/DG

Claudio Abbado

Claudio Abbado

Internationales MusikFestival von Colmar:Schwerpunkt liegt auf Nachwuchsförderung

Die große Gemeinsamkeit zwischen Festival und Porträtkünstler ist vor allem der Spagat, mit den großen Namen der Klassik zusammenzuarbeiten und gleichzeitig Nachwuchsförderung zu betreiben. Dies tat Abbado nicht nur als Gründer des Gustav Mahler Jugendorchesters und des Mahler Chamber Orchestra, sondern auch als Gründer des European Youth Orchestra und als Mentor des Chamber Orchestra of Europe. In Colmar wiederum treten nicht nur Stars wie Gautier Capuçon oder Sharon Kam mit der Russischen Nationalphilharmonie als Orchestra in Residence auf, sondern auch Nachwuchskünstler wie die 17-jährige Violinistin Maria Duenas oder die erst 12-jährige Pianistin Alexandra Dovgan.

Langjähriger Künstlerischer Leiter des Festivals ist der russische Geiger und Dirigent Vladimir Spivakov, der sich in den Siebzigerjahren zunächst als Solist auch in der westlichen Hemisphäre einen Namen machte und unter anderem mit Leonard Bernstein, Georg Solti und – natürlich – Claudio ­Abbado zusammenarbeitete. Seit 1989 lenkt er in Colmar die Geschicke des Festivals, seit 2003 fungiert Spivakov zudem als Musikalischer Direktor der Russischen Nationalphilharmonie.

concerti-Tipp:

Internationales MusikFestival von Colmar: Hommage an Claudio Abbado
4.–14.7.2019
Vladimir Spivakov, Gautier Capuçon, Sharon Kam, Kit Armstrong, Emmanuel Pahud, Grigory Sokolov, Viktoria Mullova u. a.
Colmar

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