Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth

Nach sechs Jahren ist es vollbracht

1748 wurde das barocke Opernhaus mit Hasses „Artaserse“ eingeweiht. Mit demselben Werk wird es nun im Rahmen von „Musica Bayreuth“ wiedereröffnet

© Achim Bunz/Bayerische Schlösserverwaltung

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth. Innenraum mit Fürstenloge

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth. Innenraum mit Fürstenloge

Die erste Assoziation, die man mit Bayreuth verbindet, ist Richard Wagners Festspielhaus auf dem Grünen Hügel; die zweite das Markgräfliche Opernhaus unten in der Stadt! Für Wagner war es einer der Gründe, seine Gralsscheune hier zu errichten. Auch wenn man in der Vergangenheit den Eindruck haben konnte, dass die beiden Theater nichts miteinander zu haben – die Zukunft bietet Chancen für einen Synergieeffekt zwischen Deutschlands musikalischer Premium-Weltmarke und dem jetzt wiedereröffneten und seit 2012 mit dem Siegel des Weltkulturerbes versehenen barocken Juwels.

Barockes Opernhausschmuckstück

Bereits im letzten Jahr hat Festspielchefin Katharina Wagner interessante gemeinsame Projekte angekündigt. Aber das nach vier Jahren Bauzeit 1748 eröffnete Prachtstück, das für den Nachruhm der Schwester von Preußens Friedrich II., Markgräfin Wilhelmine (1709–1758), gesorgt hat, steht zunächst einmal für sich selbst. Die Sanierung, die 2012 begann, und die sich der Freistaat Bayern 27,5 Millionen Euro kosten ließ, ist vollendet. Das barocke Opernhausschmückstück nimmt am 12. April 2018 seinen Betrieb wieder auf. Von Mai bis Oktober – Bayreuth wird also nicht nur im Wagner-Festspielmonat, sondern ein halbes Jahr Ziel der reiselustigen Musikliebhaber sein!

© Feuerpfeil Verlag/Bayerische Schlösserverwaltung

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Musica Bayreuth – seit über fünfzig Jahren untrennbar mit dem Markgräflichen Opernhaus verbunden

In den ersten beiden Monaten wird das Programm maßgeblich von der „Musica Bayreuth“ gestaltet: Seit über fünfzig Jahren ist das mehrwöchige Festival untrennbar mit dem Markgräflichen Opernhaus verbunden und kann endlich an seinen zentralen Spielort zurückkehren. Man darf gespannt sein, wie der heute auf 500 Plätze beschränkte Zuschauerraum mit seinen drei Logenrängen und der Fürstenloge nach der Renovierung wirkt, wenn im Rahmen der 1961 gegründeten Konzertreihe Barockmusik, Klassik und Jazz erklingen.

Das jetzt wieder heller strahlende Musterbeispiel italienischen Spätbarocks ist aber nur das eine – die akustischen Vorzüge eines nach seiner Errichtung auch im Kerzenlichtzeitalter (!) nicht abgebrannten Holz-Theaters das andere. Nach der Wiedereröffnung dürfte auch der letzte Bayer dem Kunstsinn und Selbstbewusstsein der preußischen Königs-Schwester dankbar sein, mitten in der Provinz ein Opernhaus von Weltrang errichtet zu haben.

Das Markgräfliche Opernhaus kurz vor der Wiedereröffnung:

Die Festivaldaten im Überblick:

Musica Bayreuth
Zeitraum: 7.4-15.6.2018
Mitwirkende: Dorothee Oberlinger, German Brass, Michael Wollny Trio, Quatuor Arod, Lukas Consort u. a.
Ort: Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Termine

Mittwoch, 30.10.2019 9:15 Uhr Nikolaisaal Potsdam

Dorothee Oberlinger, Sergio Azzolini, Kammerakademie Potsdam

Werke von Vivaldi, Telemann, Merz & Schneider

Donnerstag, 31.10.2019 18:00 Uhr Nikolaisaal Potsdam

Dorothee Oberlinger, Kammerakademie Potsdam, Sergio Azzolini

Vivaldi: Sinfonie aus „La Sena festeggiante“ RV 693 Konzerte g-Moll RV 104 „La Notte“, G-Dur RV 493 & C-Dur RV 443, Merz: Doppelkonzert, Schneider: Omaggio a Vivaldi, Telemann: Konzert für Blockflöte, Fagott & Streicher F-Dur TWV 52:F1

Montag, 04.11.2019 19:30 Uhr Staatsoper Unter den Linden Berlin
Sonntag, 24.11.2019 18:00 Uhr Mozarteum Salzburg
Samstag, 14.12.2019 19:30 Uhr Stadttheater Fürth

Dorothee Oberlinger, l’arte del mondo, Werner Ehrhardt

Werke von Finger, Händel, Sammartini u. a.

Mittwoch, 25.12.2019 18:00 Uhr Kölner Philharmonie

Dmitry Sinkovsky, Ensemble 1700, Dorothee Oberlinger

J. S. Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049 & Choral: „Jesu bleibet meine Freude“, Marcello: Konzert für Oboe und Streicher d-Moll, Händel: But who may abide aus „Messiah“ HWV 56, Corelli: Concerto grosso g-Moll op. 6/8, „Fatto per la notte di natale“, Antonio Vivaldi: Sonate für zwei Violinen d-Moll op. 1/12 RV 63 „La Follia“, Sol da te, mio dolce amore & Concerto für Flautino und Streicher C-Dur RV 443

Dienstag, 28.01.2020 20:00 Uhr BASF-Feierabendhaus Ludwigshafen

Anna Prohaska, Ensemble 1700, Dorothee Oberlinger, Dmitry Sinkovski

Werke von Vivaldi, Händel, Purcell, Dowland, Merula, Biber, Cage u. a.

Sonntag, 03.05.2020 19:00 Uhr Philharmonie Essen

Dorothee Oberlinger, Dmitry Sinkovsky, Marco Testori, Peter Kofler (Orgel & Cembalo

Werke von Caldara, Vivaldi, Corelli, Händel, Telemann, J. S. Bach & Albinoni

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