Jean-Guihen Queyras' Lieblingsstück

Schumann: Cellokonzert a-Moll op. 129

Für Jean-Guihen Queyras ist Robert Schumanns Cellokonzert a-Moll op. 129 eines der schönsten Solokonzerte überhaupt

© Josep Molina

Jean-Guihen Queyras

Jean-Guihen Queyras

Schumanns Cellokonzert habe ich zum ersten Mal mit neun Jahren, kurz nachdem ich angefangen hatte Cello zu spielen, live im Radio gehört. Zum Glück haben wir es damals auf Kassette aufgenommen, denn ich war ganz besessen davon und habe es mir hunderte Male angehört. Seitdem zählt es für mich zu denjenigen Meisterwerken, die einen ein Leben lang begleiten. Es ist ein Stück, das Zeit gebraucht hat, bis es wirklich ins Repertoire aufgenommen wurde. Vielleicht, weil es durch die scheinbaren Charakterwechsel von einem Takt auf den anderen sehr zerbrechlich wirkt. Oder weil es auf den ersten Blick sehr schwer erscheint und eine bestimmte Art von Virtuosität erfordert. Wenn man diese Hürden aber einmal überwindet, eröffnet sich die ganze schumannsche Welt, die darin steckt: sehr viel Emotionalität und Widersprüche.

Leidenschaft und Substanz: Schumanns Cellokonzert

Vor allem das Hauptthema im ersten Satz ist eines der schönsten, das es je für Cello gegeben hat. Und die Leidenschaft im zweiten Satz! Im Duett von Cello und Orchester spiegelt sich die reine Liebe zwischen Robert und Clara wider. Deswegen ist das Werk das schönste, das es für dieses Instrument gegeben hat, und mit Sicherheit dasjenige Cellokonzert, das ich am meisten gespielt habe. Trotzdem freue ich mich jedes Mal aufs Neue, es spielen zu dürfen, und bin von dieser großzügigen, wunderbaren und absolut genialen Musik immer wieder überwältigt. Das Phänomen von Routine taucht bei mir nie auf, weil es so viel Substanz in diesem Stück gibt.

Jean-Guihen Queyras spielt Robert Schumanns Cellokonzert:

Termine

Freitag, 19.06.2020 22:30 Uhr Ev.-ref. Kirche Leipzig

Cellosuiten (abgesagt)

Bachfest Leipzig
Samstag, 20.06.2020 22:30 Uhr Salles de Pologne Leipzig

Cellosuiten (abgesagt)

Bachfest Leipzig
Donnerstag, 25.06.2020 20:00 Uhr Residenz München
Freitag, 26.06.2020 20:00 Uhr Residenz München
Samstag, 27.06.2020 20:00 Uhr Regentbau Bad Kissingen
Dienstag, 09.03.2021 20:00 Uhr Residenz München

Tabea Zimmermann, Jean-Guihen Queyras, Belcea Quartet

Brahms: Streichsextette Nr. 1 B-Dur op. 18 & Nr. 2 G-Dur op. 36

Samstag, 27.03.2021 20:00 Uhr Residenz München

Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras, Alexander Melnikov

Beethoven: Variationen über „Ich bin der Schneider Kakadu“ op. 121a, Klaviertrios Nr. 4 B-Dur op. 11 „Gassenhauer“ & Nr. 7 B-Dur op. 97 „Erzherzog“

Donnerstag, 27.05.2021 20:00 Uhr Reitstadel Neumarkt

Tabea Zimmermann, Jean-Guihen Queyras, Belcea Quartet

Brahms: Streichsextette Nr. 1 B-Dur op. 18 & Nr. 2 G-Dur op. 36

Auch interessant

Internationales Musikfestival Heidelberger Frühling

„Es gibt immer jemanden, der einen sonderbar findet“

Unter dem Leitgedanken „Eigen-Arten" sollen Besucher des Heidelberger Frühlings ihre eigenen Emotionen entdecken weiter

Cellist Jean-Guihen Queyras im Interview

„Eine Partitur ist fast heilig für mich“

Für den Cellisten Jean-Guihen Queyras ist der Komponist die letzte Instanz. Trotzdem lässt er sich gerne auf musikalische Experimente ein weiter

Blind gehört Jean-Guihen Queyras

„Ich bin schockiert!“

Der Cellist Jean-Guihen Queyras hört und kommentiert CDs von Kollegen, ohne dass er erfährt, wer spielt weiter

Rezensionen

CD-Rezension Jean-Guihen Queyras – Werke von C. P. E. Bach

Entfesselt

Diese Musik ist brillant gemacht – das liegt auch an dem fabelhaften Cellisten Jean-Guihen Queyras weiter

CD-Rezension Jean-Guihen Queyras & Alexandre Tharaud – Brahms

Ein eingespieltes Team

Zwischen zwei Welten pendelt diese Brahms-Einspielung von Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud weiter

CD-Rezension Jean-Guihen Queyras

Ausrufezeichen

Mit dem Cellokonzert und dem ersten Klaviertrio geht ein ungewöhnliches Schumann-Projekt zu Ende weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *