Startseite » Interviews » Alexander Arutjunjan: Trompetenkonzert

Mein Lieblingsstück: Tine Thing Helseth

Alexander Arutjunjan: Trompetenkonzert

Tine Thing Helseth gründete 2007 das tenThing Brassensemble.

vonSusanne Bánhidai,

Ich muss ungefähr vierzehn Jahre alt gewesen sein, als ich das Konzert von Arutjunjan zum ersten Mal spielte. Es war technisch eine große Herausforderung, aber ich spürte sofort eine innere Verbundenheit zu diesem Konzert. Obwohl es 1950 komponiert wurde, ist es stilistisch der Romantik verpflichtet. Da es aus dieser Epoche quasi kein ­Original-Repertoire gibt, gehört das Stück zu den großen Schätzen für uns Trompeter. Von dieser emotionalen Dichte fühlt man sich als junger Mensch sehr angezogen, doch ich mag es jetzt mit Anfang dreißig immer noch. Es bietet sehr viele unterschiedliche Facetten. Das Intro ist so etwas wie ein Lockruf, als würde das Stück selbst zum Zuhören auffordern. Dann gibt es einige Melodien mit viel Schwung, die fast frech daherkommen, und sehnsüchtige Passagen mit viel Gefühl. Die Orchesterfarben sind wunderbar, und ich liebe es, in diesem Klangteppich zu baden.

Bei Trompetern bekannt: Alexander Arutjunjan

Das Konzert zeigt eindrucksvoll, wie die Trompete zu klingen vermag. Alexander Arutjunjan kennt jeder Trompeter. Er ist Armenier, verbrachte einen großen Teil seines Lebens in der UdSSR und ist der dortigen Tradition verhaftet. Ein bisschen erinnert seine Musik an Aram Chatschaturjan. Erst 2012 starb Arutjunjan, und ich wünschte wirklich, ich wäre ihm noch begegnet. Timofei ­Dokschizer, für den es geschrieben wurde, ist Vater eines sehr extrovertierten Interpretationsstils. Er ist eine Legende mit seinem einzigartigen, leidenschaftlichen Spiel. Heute spielt man das Werk komplett anders, aber bei Publikum und Solisten ist es nach wie vor ein Hit.

Termine

Auch interessant

Rezensionen

Anzeige

Video der Woche

Vier Ensembles. Ein Unternehmen. Musik für alle.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Aus Liebe zur Musik: Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin. Der Ensemble-Verbund teilt in seinem neuen Imagefilm einen Einblick in den innovativen Transformationsprozess des Unternehmens und zeigt, wie er Musik, Digitalisierung, Wirkung, Unternehmenskultur und Nachhaltigkeit miteinander verknüpft.

  • „Man muss gefährlich leben“
    Interview Helmut Lachenmann

    „Man muss gefährlich leben“

    Helmut Lachenmann lässt sich mit jedem Werk auf ein neues Abenteuer ein. Im November feiert der Meister der experimentellen Musik seinen 90. Geburtstag.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!