Konzerttipp in Freiburg: Antonio Caldara und seine Missa Sancti Francisci

Antonio Caldara lebe hoch

Die Vokalakademie Berlin lässt prachtvolle Musik von Antonio Caldara erklingen, ergänzt um Vorträge zum Leben und Wirken des venezianischen Barockkomponisten.

© Neda Navaee

Vokalakademie Berlin

Vokalakademie Berlin

Antonio Vivaldi kennt wahrscheinlich so gut wie jeder. Aber wie steht es um seinen Namensvetter Antonio Caldara? Die beiden Komponisten waren zu Lebzeiten gleichermaßen bedeutende Vertreter des venezianischen Barock. Während Vivaldis Ruhm jedoch auch nach seinem Tod andauerte, geriet Caldara fast völlig in Vergessenheit.

Frank Markowitsch

Frank Markowitsch

Frank Markowitsch

2020 steht der 350. Geburtstag von Antonio Caldara an. Grund genug für die Vokalakademie Berlin und ihren Leiter Frank Markowitsch, seine prachtvolle Musik wieder erklingen zu lassen. Im Mittelpunkt steht dabei seine „Franziskusmesse“, und damit verbunden Fragen der Frömmigkeit, der musikalischen Tradition und der Aufführungspraxis am Wiener Hof, ergänzt um Antiphonen, Hymnen und Responsorien zum Lob der Maria. Die Veranstaltung von „Musik im Dialog“ in Kooperation mit CHŒUR3 und dem Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Musik hat zu Ehren des Geburtstagskindes aber nicht nur zwei Konzerte in Freiburg und Colmar auf die Beine gestellt, sondern möchte mit dem Symposium in der Katholischen Akademie Freiburg ein größeres Publikum an die prachtvolle und reichhaltige Musik Caldaras heranzuführen.

Antonio Caldara war von 1717 bis zu seinem Tod 1736 Vizehofkapellmeister am Hofe Karls VI. in Wien. Hochgeschätzt und gut bezahlt, hatte er dort alle kompositorischen Freiheiten. Nach seinem Tod wurde sogar behauptet, dass „dem Kaiser kein anderer Komponist jemals wieder gefallen“ würde. Er hinterließ eine Vielzahl hochinteressanter, heute wenig bekannter Kompositionen in ganz verschiedenen Besetzungen und Stilrichtungen. Der Hauptteil davon ist geistliche Chormusik, die noch nachfolgende Komponisten inspiriert hat, wie beispielsweise Joseph Haydn. Als dieser in den 1740er-Jahren seine Ausbildung in der Habsburger Hauptstadt erhielt, bildete die Musik Caldaras noch immer einen Pfeiler des Repertoires. Und selbst Bach im fernen und protestantischen Leipzig schätzte den katholischen Komponisten: Er kopierte dort um das Jahr 1740 Caldaras „Magnificat“ und arbeitete es zu seiner Komposition „Suscepit Israel“ BWV 1082 um.

Die Veranstaltungsdaten im Überblick:

Antonio Caldara und seine Missa Sancti Francisci – Vorträge, Dirigierworkshop & Konzerte
Mi. 2.10. 9:15 Uhr Katholische Akademie Freiburg: Symposium
Fr. 4.10. 20:00 Uhr Église Saint Matthieu in Colmar: Konzert
Sa. 5.10., 20:00 Uhr Herz-Jesu-Kirche in Freiburg: Konzert

Vokalakademie Berlin & Gäste aus dem Dreiländereck, Instrumentalensemble aus dem Dreiländereck, Frank Markowitsch (Leitung). Caldara: Missa Sancti Francisci, Antiphone, Hymnen & Responsorien zum Lob der Maria

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