Startseite » Konzert » Ein unterschätzter Klassiker

Kammermusik mit Asya Fateyeva und dem Aris Quartett

Ein unterschätzter Klassiker

Schon seit langem kämpft Saxofonistin Asya Fateyeva gegen das Klischee, ihr Instrument könne nur Jazz. Wie exzellent das Saxofon zu klassischem Streichquartett passt, beweist sie mit dem Aris Quartett in der Elbphilharmonie.

vonBenjamin Elsholz,

Saxofon und Jazz, das wird oft gleichgesetzt. Dabei hat Adolphe Sax das Instrument ursprünglich als Bereicherung fürs klassische Sinfonieorchester konzipiert. Spielweise und Klangideal unterscheiden sich zwischen Jazz und Klassik deutlich: Dort eher dunkel, individuell und improvisatorisch, hier obertonreich, schlank und auf Werktreue fokussiert. Die international gefragte Saxofonistin Asya Fateyeva setzt sich dafür ein, dass ihr Instrument endlich den Platz in der Klassik einnimmt, der ihm zusteht. Nun trifft sie auf die wohl klassischste Besetzung überhaupt: das Streichquartett. Gemeinsam mit dem renommierten Aris Quartett interpretiert sie Originalwerke für diese ungewöhnliche Besetzung von Anders Koppel und Daniel Schnyder. Doch auch wenn zeitgenössische Komponisten wie Koppel und Schnyder zunehmend Werke für Saxofon schreiben, ist das Originalrepertoire eher schmal. Deshalb greifen Asya Fateyeva und andere Saxofonistinnen häufig auf Arrangements zurück. Für Fateyeva ist alles möglich – von Bachs „Goldberg-Variationen“ bis Tschaikowskys „Nussknacker“, schließlich sei ihr Instrument „wandlungsfähig wie die menschliche Stimme“. In der Elbphilharmonie steht eine Auswahl der 24 Präludien op. 34 von Dmitri Schostakowitsch auf dem Programm, die 1933 als Klavierzyklus vollendet wurden.

Termine

Auch interessant

Rezensionen

  • „Ich wäre gerne sarkastischer“
    Interview Nemanja Radulović

    „Ich wäre gerne sarkastischer“

    Nemanja Radulović über sein erstes Prokofjew-Album, mentale Herausforderungen und den Klang alter und neuer Geigen.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!