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Rezension Chiaroscuro Quartet – Haydn

Feinheit und Sensibilität

Das Chiaroscuro Quartet lässt den Hörer bei Haydns Streichquartetten op. 76 wie einen stillen Mitwisser virtuell neben sich Platz nehmen.

vonChristian Lahneck,

Das Chiaroscuro Quartet (mit Alina Ibragimova und Pablo Hernán Benedí an der Geige, Emilie Hörnlund, Bratsche, und Cellistin Claire Thirion) meldet sich wieder mit Haydn zu Wort. Nach den Quartetten op. 20 liegen nun die ersten drei Werke aus op. 76 vor. Die Geschlossenheit des Ensembles ist eines der großen Verdienste. Hier wird auf fast zarte Weise Haydns Kosmos durchschritten, ihr kostbarer, im Ausdruck variabler Nährwert auf konstant hohem Niveau vermittelt. Doch Haydn verträgt noch mehr Mut, der auch seinen Humor ausdrückt. Dies hätte man sich noch konsequenter gewünscht. Was an dieser Produktion besticht, ist die ungemeine Feinheit, die Sensibilität in den Schattierungen von leise und sehr leise. Dazu höre man exemplarisch den langsamen Satz aus dem ersten G-Dur-Quartett. Das Chiaroscuro Quartet lässt den Hörer wie einen stillen Mitwisser virtuell neben sich Platz nehmen.

Chiaroscuro Quartet
Chiaroscuro Quartet

Haydn: Streichquartette op. 76 Nr. 1-3

Chiaroscuro Quartet
BIS Records

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