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CD-Rezension Gerhard Oppitz – Enoch Arden

Hoher Ton

„Enoch Arden“ zählt zu den Raritäten Dietrich Fischer-Dieskau 1993 mit Gerhard Oppitz für den WDR produziert hat

vonFrank Armbruster,

Es ist eine seltene Gattung, das romantische Melodram – wird doch im Allgemeinen zum Klavier lieber gesungen als gesprochen. Richard Strauss‘ „Enoch Arden“ zählt demzufolge zu den Raritäten, und umso schöner ist es, dass nun eine Aufnahme davon veröffentlicht wurde, die der legendäre Liedsänger Dietrich Fischer-Dieskau 1993, ein Jahr nach dem Ende seiner Gesangskarriere zusammen mit dem Pianisten Gerhard Oppitz für den WDR produziert hat. Die dramatische Dreiecksgeschichte um Liebe und Schicksal des englischen Dichters Alfred Tennyson hat Adolf Strodtmann im pathetischen Duktus seiner Zeit ins Deutsche übersetzt, und auch Strauss geht in seiner Musik mitunter an die Grenzen des Sentimentalen. Den feinen Pianisten Gerhard Oppitz verleitet dies aber nicht zur Übertreibung – im Gegensatz zu Fischer-Dieskau, der den hohen Ton der Textvorlage mitunter deklamatorisch auf die Spitze treibt. Weniger ist eben manchmal mehr.

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R. Strauss: Enoch Arden op. 38
R. Strauss/Gieseking: Liedtranskriptionen für Klavier

Dietrich Fischer-Dieskau (Rezitation), Gerhard Oppitz (Klavier)
Hänssler Classic

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