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Rezension Grigory Sokolov

Der Meister spricht

Grigory Sokolov wie er weltweit geschätzt wird: als Exeget, der sich Zeit nimmt und nie auf Rekordjagd geht und als Meister der Klangfarben.

vonChristian Lahneck,

Nach dreijähriger Pause hat Grigory Sokolov wieder einige Konzertmitschnitte freigegeben, diesmal festgehalten an drei verschiedenen Orten anno 2019. Neben der frühen C-Dur-Sonate aus op. 2 und den Bagatellen op. 119 von Beethoven sind die späten Brahms-Stücke op. 118 und 119 zu hören sowie der bei Sokolov obligatorische Zugaben-Reigen. Wir erleben den Pianisten nicht von einer neuen Seite, sondern wie wir ihn kennen und wie er weit geschätzt wird: als Exeget, der sich Zeit nimmt und nie auf Rekordjagd geht, als Meister der Farben, der melodischen Rundungen, der Zwischentöne und einer Klang-Magie, die sich kaum in Worte fassen lässt. Bei Sokolov wird jeder Ton zu großer Kunst, beredt, vielsagend, ausdrucksstark. Eine Bonus-DVD enthält ein Konzert aus Turin 2017 mit spätem Beethoven und einer individuellen Mozart-Deutung, bei der KV 545, 475 und 457 wie ein Triptychon erscheinen.

Grigory Sokolov
Grigory Sokolov

Werke von Beethoven, Brahms & Mozart
Beethoven: Klaviersonate Nr. 3 C-Dur op. 2 Nr. 3 & Bagatellen op. 119
Brahms: Klavierstücke op. 118 Nr. 1-6 & op. 119 Nr. 1-4, Intermezzo op. 117 Nr. 2
Schubert: Impromptu D 935 Nr. 2 & Allegretto D 915
Rameau: Les Sauvages & Le Rappel des oiseaux
Rachmaninow: Prelude op. 32 Nr. 12
Debussy: Prelude Heft 1 Nr. 6 „Des pas sur la neige“
DVD: Konzertmitschitt aus dem Auditorium Giovanni Agnelli del Lignotto Turin 2017

Grigory Sokolov (Klavier)
Deutsche Grammophon

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