Kontrastreicher Schubert

Rezension Heinz Holliger – Schubert: Sinfonien Nr. 1 & 5

Kontrastreicher Schubert

Heinz Holliger sucht die Individualität Schuberts in den Kompositionen, die am Übergang zwischen Klassik und Romantik stehen.

Franz Schubert – im Schatten Beethovens, mit dem Herzen bei Mozart, in visionären Träumen schon in der Zukunft. Sein schillerndes, manchmal widersprüchliches sinfonisches Schaffen fasziniert heute noch, vielleicht gerade weil es vielfältige Lesarten zulässt. Heinz Holliger, erfolgreicher Komponist, Oboist und Dirigent unserer Zeit, sucht vor allem die Individualität Schuberts in den Kompositionen, die am Übergang zwischen Klassik und Romantik stehen: Die Kontraste zwischen Martialischem sowie Zartem und Brüchigem in der Ouvertüre zur Oper „Fierrabras“. Kammermusikalische Transparenz, Ecken und Kanten, Aufgewecktes, mitunter grell beleuchtet in der ersten Sinfonie. In der Nr. 5 Schärfen statt klebriger Süße, dafür nuancenreiche Variantenvielfalt und harmonische Umschwünge als kräftige Marker. Dazu duftig angelegtes instrumentales Singen, Filigranes, mit Verve und zuweilen Übermut. Alles andere als brav. Sehr passend.

© Priska Ketterer

Heinz Holliger

Heinz Holliger

Schubert
Sinfonien Nr. 1 & 5
Fierrabras-Ouvertüre D 896

Kammerorchester Basel, Heinz Holliger (Leitung)
Sony Classical

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