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Rezension Midori – Beethoven: Violinkonzert

Von beseeltem Atem getragen

Jedes Motiv, jede Phrase bei Beethoven schein hier tief empfunden, wobei Midori den Fokus vor allem auf die leiseren, intimen Passagen legt.

vonFrank Armbruster,

Es gibt ohne Zweifel zupackendere, mitreißendere Einspielungen von Beethovens Violinkonzert. Doch dürfte man wenige finden, die von einem solch beseelten Atem getragen werden wie diese von Midori. Die mittlerweile 48-Jährige, die bereits als Elfjährige mit den New Yorker Phiharmonikern auf der Bühne stand, musste im Laufe ihres Lebens zahlreiche Krisen überstehen, die sie als Künstlerin haben reifen lassen: Nichts Äußerliches, Eitles findet man mehr in ihrem Spiel. Jedes Motiv, jede Phrase scheint tief empfunden, wobei Midori den Fokus eher auf die leiseren, intimen Passagen legt und sich dabei mitunter an dynamische und agogische Grenzen vorwagt. Die hochvirtuose Kadenz von Fritz Kreisler legt sie dennoch imponierend hin, und im finalen Rondo lässt sie dann auch mal die Zügel los. Die delikat musizierenden Festival Strings Lucerne bilden einen idealen Partner zu ihrem fein gesponnenen Spiel.

Midori
Midori

Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61 & Romanzen Nr. 1 G-Dur op. 40 & Nr. 2 F-Dur op. 50

Midori (Violine), Festival Strings Lucerne, Daniel Dodds (Leitung)
Warner Classics

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