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CD-Rezension Schumann Quartett

Gekonnt Reizpunkte gesetzt

Das vielfach preisgekrönte Schumann Quartett aus Düsseldorf überzeugt mit seiner zweiten CD

vonAndreas Falentin,

Hier sind keine jugendlichen Überwältigungs-Virtuosen am Werk, sondern überraschend reife, tief schürfende Interpreten. Schon im ersten Preußischen Quartett setzt Primgeiger Erik Schumann aufbegehrende Reizpunkte, zeigt Mozarts flächiges Idyll gleichsam im Gegenlicht. Im zweiten Streichquartett von Charles Ives finden die jungen Musiker im provokativ-„männlichen“ Gestus  der Komposition die bei Mozart vorgeprägte, lustvoll ironisierte Sehnsucht nach klassisch-romantischer Einfachheit. Eigenwillige Klang-Fragmentierungen und diskursive Strukturen münden im letzten Satz in fast beängstigend schöne, entschlossen abstrahierte Naturstimmungen, die sich wundersam im ersten Satz von Verdis einzigem Quartett wiederfinden. Eine kohärente, klanglich auf hohem Niveau aufgenommene Zusammenstellung, auch, wenn in den letzten beiden Sätzen Verdis Dynamik und Dramatik schlicht musikantisch ausgekostet werden.

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