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Rezension Schumann Quartett – Vierne: Klavierquintett

Existenzielle Erfahrungen

Das Schumann Quartett holt sich für Ernest Chaussons singuläres Kammerkonzert und Louis Viernes Klavierquintett prominente Unterstützung.

vonFrank Armbruster,

Auch in der Kammermusik gibt es noch Perlen zu entdecken – wie Ernest Chaussons Konzert für Violine, Streichquartett und Klavier op. 21. Schon allein besetzungsmäßig ist das Werk ein Solitär, vor allem aber besticht es mit selbst für (spät-)romantische Werke nachgerade extremen Erregungszuständen. Zwischen rauschhaftem Überschwang und bohrendem Schmerz wird die ganze Klaviatur menschlicher Gefühle durchdekliniert, und das formidable Ensemble um Éric le Sage spielt das mit der entsprechenden Intensität, dicht, fiebrig – musizieren auf der sprichwörtlichen Stuhlkante. Ähnliches gilt auch für Louis Viernes Klavierquintett. Vierne, mehr als Orgelkomponist bekannt, schrieb es als klingendes Epitaph auf den Tod seines Sohnes im Ersten Weltkrieg, und die Verzweiflung darüber ist dem Werk eingeschrieben, das gleichwohl auch optimistische Aspekte aufweist. Eine CD für all jene, die in der Musik existenzielle Erfahrungen suchen.

Schumann Quartett
Schumann Quartett

Vierne: Klavierquintett op. 42, Chausson: Konzert D-Dur für Violine, Klavier & Streichquartett op. 21

Daishin Kashimoto (Violine), Éric Le Sage (Klavier), Schumann Quartett
Sony Classical

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