Um ihren Kopf wieder klar zu bekommen, spielt sie am liebsten Klavier – etwa Etüden von Chopin. Tatjana Gürbaca wurde in Berlin geboren, hat an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ studiert und ihre musikalische, literarische und tänzerische Ausbildung durch Meisterkurse bei Ruth Berghaus und Peter Konwitschny ergänzt. Seit 2001 arbeitet sie als freie Regisseurin – unterbrochen von einer dreijährigen Tätigkeit als Operndirektorin am Staatstheater Mainz. Anlässlich ihrer Inszenierung des „Parsifal“ an der Vlaamse Opera wurde sie 2013 von Kritikern der Zeitschrift Opernwelt zur Regisseurin des Jahres gewählt und 2014 in London mit dem International Opera Award ausgezeichnet. Mit Rossinis komischer Oper „Il barbiere di Siviglia“ – ihrem Debüt an der Hamburgischen Staatsoper – hält Gürbaca unserer heutigen Leistungsgesellschaft einen Spiegel vor. Angestachelt vom Kampf um eine Frau streben die Figuren nach Erfolg und Anerkennung und werden zu Opfern ihrer eigenen Selbstoptimierung. Nur Strippenzieher Figaro behält einen klaren Kopf – auch ohne Chopin.
Rossini: Il barbiere di Siviglia
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„Am Ende zählt die künstlerische Wahrheit“
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