Matthias Kirschnereits Lieblingsstück

Brahms Klaviersonate Nr. 3

Brahms Klaviersonate Nr. 3: Das Meisterwerk des zwanzigjährigen Komponisten begeistert Matthias Kirschnereit schon seit seiner Studienzeit und beglückt ihn bis heute noch zutiefst

© Maike Helbig

Matthias Kirschnereit

Matthias Kirschnereit

Dieses genialische Werk des zwanzigjährigen Brahms habe ich bereits im Studium kennen- und lieben gelernt, vor allem wegen der bezwingenden Mischung aus Selbstbewusstsein und Verletzlichkeit, aus Strenge und Wildheit. Hier offenbart er eine Geschichte, die wie eine Prophezeiung sein privates Leben vorhersieht.

Der zweite Satz, ein Andante, ist ein romantisches, mitunter hocherotisches Notturno, unter anderem auch durch die fallenden Terzen. Nach dem dritten Satz wird diese wunderbare Liebesgeschichte im Intermezzo als vierten Satz, zunichte gemacht: Es werden die Terzen aus dem Andante zitiert, aber die linke Hand antwortet nun mit einem Trauermarsch-Rhythmus, und es gehört nicht viel Fantasie dazu zu analysieren, dass es mit der Liebe nun aus und vorbei ist. Doch Johannes Brahms übersteigert die Sonate noch und fügt einen fünften Satz an, ein Rondo, und jetzt passiert etwas sehr Ungewöhnliches: Das erste Zwischenspiel zitiert ganz klar f-a-e, ein Akronym seines künftigen Lebensmottos: frei aber einsam.

Ein Meisterwerk: Brahms Klaviersonate Nr. 3

Mit dieser Sonate ist Brahms ein einzigartiges Meisterwerk gelungen, was meiner Meinung nach zu den bedeutendsten Klavierwerken des 19. Jahrunderts gehört, ein Meisterwerk, das mich zutiefst beglückt. Im Vergleich zu früher denke ich, dass ich jetzt noch einen differenzierteren Blick auf die Dinge habe, denn je länger man sich mit Brahms beschäftigt, desto mehr kommt man aus dem Staunen, wie dicht und effizient sie herausgeabeitet ist, nicht mehr heraus.

Termine

Mittwoch, 28.02.2024 19:30 Uhr Konzert Theater Coesfeld

Lena Neudauer, Matthias Kirschnereit, Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, …

Schubert: Rondo A-Dur D 438, Mozart: Divertimento D-Dur KV 136, Haydn: Klavierkonzert D-Dur Hob. XVIII:2, Mendelssohn: Violinkonzert d-Moll

Freitag, 01.03.2024 19:30 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Matthias Kirschnereit, Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, Case Scaglione

Mendelssohn: Streichersinfonie Nr. 7 d-Moll, Haydn: Klavierkonzerte D-Dur Hob. XVIII:11 & XVIII:2, Grieg: Aus Holbergs Zeit op. 40

Sonntag, 03.03.2024 17:00 Uhr Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld

Matthias Kirschnereit, Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, Case Scaglione

Mendelssohn: Streichersinfonie Nr. 7 d-Moll, Haydn: Konzerte D-Dur Hob.XVIII:2 & 11, Grieg: Aus Holbergs Zeit G-Dur op. 40

Sonntag, 28.04.2024 18:00 Uhr Beethoven-Haus Bonn

Matthias Kirschnereit

Beethoven: Polonaise C-Dur op. 89, Lustig –Traurig c-Dur/c-Moll WoO 54, Klaviersonate d-Moll op.31/2, Klaviersonate cis-Moll op. 27/2 „Mondschein“ & Variationen F-Dur op. 34

Samstag, 08.06.2024 20:00 Uhr Schloss Augustusburg Brühl

Lena Neudauer, Matthias Kirschnereit

Brühler Schlosskonzerte
Sonntag, 09.06.2024 19:30 Uhr Schloss Augustusburg Brühl

Lena Neudauer, Matthias Kirschnereit

Brühler Schlosskonzerte
Freitag, 14.06.2024 20:00 Uhr Schloss Weilburg
Sonntag, 16.06.2024 11:00 Uhr Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum

Matthias Kirschnereit, Bochumer Symphoniker, Ustina Dubitsky

Mendelssohn: Ouvertüre zu „Ein Sommernachtstraum“ op. 21, Schumann: Konzertstück op. 86, Roussel: Sinfonie Nr. 1 „Le Poème de la forêt“

Donnerstag, 20.06.2024 19:30 Uhr Oberlandesgericht Hamm

Matthias Kirschnereit

Westfälisches Musikfestival Hamm
Sonntag, 23.06.2024 11:00 Uhr Schloss Weilburg

Matthias Kirschnereit

Weilburger Schlosskonzerte

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