Tōru Takemitsu (1930 in Tokio; †1996 ebenda) zählt zu den prägenden japanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Das Chanson „Parlez-moi d’amour“, das er als 14-Jähriger im Radio hörte, soll sein Interesse für die westliche Musik – damals noch als „Feindesmusik“ gebrandmarkt – geweckt haben. Autodidaktisch ausgebildet, beschäftigte sich Takemitsu nach dem Zweiten Weltkrieg intensiv mit der Musik der Wiener Schule, aber auch von Claude Debussy, Olivier Messiaen und allgemein der europäischen Avantgarde. 1951 gründete er das experimentelle Künstlerkollektiv Jikken Kōbō, das sich dem Dreiklang aus Musik, Literatur und Malerei verschrieben hatte.
International bekannt wurde Takemitsu 1967 mit „November Steps“, einem Werk, das traditionelle japanische Instrumente mit westlichem Orchesterklang verbindet. Nach der Uraufführung unter der Leitung von Seiji Ozawa in New York erhielt er zahlreiche Kompositionsaufträge von bedeutenden Orchestern und Festivals wie dem Boston Symphony Orchestra und den Salzburger Festspielen. Neben seinem Konzertschaffen komponierte Takemitsu über 90 Filmmusiken.
Seine Musik zeichnet sich durch eine feinsinnige Klangsprache, den Einsatz avantgardistischer und serieller Techniken, aber auch durch komponierte Stille und metaphorischen Anleihen an der Gartenbaukunst seiner japanischen Heimat aus.



