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Münchner Rundfunkorchester ehrt Pēteris Vasks zum 80. Geburtstag

Der Seele Nahrung geben

Mit einem Querschnitt seiner zentralen Werke ehrt das Münchner Rundfunkorchester den 80. Geburtstag des Komponisten Pēteris Vasks.

vonPatrick Erb,

Dass Pēteris Vasks als Komponist Neuer Musik in einem Atemzug mit Arvo Pärt genannt werden darf – und das nicht allein, weil beide zu den prägenden baltischen Stimmen ihrer Generation zählen –, bekräftigen das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks mit einer eindrucksvollen Würdigung zum 80. Geburtstag des Letten. „Ich will der Seele Nahrung geben“ – dieses Credo wirkt wie ein leiser, aber unerschütterlicher Leitstern seines Schaffens: Es öffnet den Blick auf eine Musik, die aus der innigen Verschränkung von Natur und Mensch lebt, die das Schöne nicht bloß behauptet, sondern behutsam freilegt, und die zugleich die stets drohende moralische Erosion der Welt nicht ausspart.

Und doch: Vasks’ Tonsprache entzieht sich vordergründigem Pathos ebenso wie gefälliger Popularität. Sie ist durchdrungen von biografischer Erfahrung, gewachsen in einem Land, das sich in der „Singenden Revolution“ seiner Fesseln entledigte und die eigene staatliche Souveränität zurückeroberte. Aus dieser historischen Tiefenschicht speist sich jene stille Dringlichkeit, die seine Musik so unverwechselbar macht. Auf dem Programm steht unter anderem das entrückte Violinkonzert „Fernes Licht“, dessen Solovioline – ganz ihrem Titel gemäß – wie ein fernes Leuchten in tiefster Dunkelheit aufscheint und sich behauptet. Hinzu treten geistliche Werke, die einen zentralen Pfeiler in Vasks’ sinnstiftendem Œuvre bilden. Als Gesprächsgast an der Seite von Dirigent Ivan Repušić wird Pēteris Vasks bei seinem Ehrenkonzert in der Münchener Herz-Jesu-Kirche anwesend sein.

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