Um die Finanzen seines „Vereins für musikalische Privataufführungen“ aufzubessern, griff Arnold Schönberg im Mai 1921 zu einer ungewöhnlichen Idee. In dem Rahmen, der sonst ausschließlich avantgardistischer Musik gewidmet war, stellte er gemeinsam mit seinen ehemaligen Schülern Alban Berg und Anton Webern Bearbeitungen von Johann-Strauss-Walzern in kammermusikalischer Besetzung vor. Berg stand dabei am Harmonium, Schönberg an der Violine und Webern am Violoncello auf der Bühne. Das Publikum reagierte mit frenetischem Applaus. Anschließend versteigerte Schönberg die Autografen der Arrangements, die nach heutiger Kaufkraft jedoch nur einige hundert Euro einbrachten. Die Mühe war vergebens. Der Verein wurde Ende 1921 wegen Geldmangels infolge der immensen Inflation aufgelöst.
Hochkarätig besetzt
Dirigent Thomas Guggeis holt jene Walzer im Berliner Pierre Boulez Saal mit dem Boulez Ensemble wieder hervor. Ebenfalls auf dem Programm steht Maurice Ravels apokalyptische Walzer-Apotheose „La Valse“ aus dem Jahr 1920 und Alban Bergs Kammerkonzert von 1925. Als Solisten sind hier Violinistin Alina Ibragimova und Pianist Cédric Tiberghien zu erleben.




