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Radio-Tipp: Liszts „Eine Faust-Symphonie“ auf BR-Klassik

Ein Monstervergleich

Heute Abend dreht sich um 20:05 Uhr auf BR-Klassik alles um „Eine Faust-Symphonie“ von Franz Liszt

vonNicole Korzonnek,

Für Klassikliebhaber ist es immer wieder spannend, sich eine Komposition nicht nur anzuhören, sondern sie sich zu „erarbeiten“. Je tiefer man in die Welt eines Werks vordringt, desto größer wird auch der musikalische Hörgenuss. Noch spannender wird es, wenn man dann verschiedene Einspielungen des Stücks miteinander vergleicht: Wer interpretierte was wie und warum?

Im Fokus: „Eine Faust-Symphonie“ von Franz Liszt

Faust und Mephisto schließen den Teufelspakt, Illustration von Julius Nisle
Faust und Mephisto schließen den Teufelspakt, Illustration von Julius Nisle © gemeinfrei

So ein Vergleich gestaltet sich meist aber alles andere als einfach. Welche Aufnahmen bilden einen guten Kontrast? Bauen verschiedene Interpretationen gar aufeinander auf? Und wie sieht es eigentlich mit der historischen Einbettung einiger Einspielungen aus – mal davon abgesehen, dass einige Aufnahmen echte Raritäten sind, an die man unter Umständen nur schwierig herankommt.

Für private Klassikliebhaber kann ein eigenständiger Vergleich also mit so mancher Hürde verbunden sein. Doch dank des Formats „Interpretationen im Vergleich“, das einmal im Monat auf BR-Klassik läuft, kann man auch ohne großen Eigenaufwand in den Genuss verschiedener Einspielungen kommen. Passend zum Faust-Festival, das aktuell in München stattfindet, wird sich heute Abend um 20:05 Uhr zum Beispiel alles um „Eine Faust-Symphonie“ von Franz Liszt drehen.

Von Bernstein bis Solti

Für eine 1854 komponierte Sinfonie ist sie ein Monster: Ein fast halbstündiger Kopfsatz mit fünf Themen, ein nicht enden wollendes Andante, ein teuflisch-chromatisches Scherzo und zum Schluss ein kleiner Männerchor stellen Interpreten und Hörer vor eine erhebliche Herausforderung. Aber für Franz Liszt konnte eine Sinfonie über Goethes „Faust“ gar nicht groß und modern genug sein. Schließlich ging es um ein großes Thema: einen Menschen, der Gutes will und Böses schafft, der Ideale hat und verführbar bleibt, eine gespaltene Seele, die zugleich die des modernen Europas ist.

So geriet Liszts „Eine Faust-Symphonie“ kompliziert, widersprüchlich, und letztlich auch sehr spannend. Im Konzert ist sie selten zu erleben. Aber nicht wenige bedeutende Dirigenten wie etwa Leonard Bernstein, Martin Haselböck, Jascha Horenstein, Riccardo Muti oder Georg Solti haben sie auf Tonträger gebannt, die Jörg Handstein heute Abend dem Vergleich unterziehen wird.

„Eine Faust-Symphonie“ – Bernstein dirigiert das Boston Symphony Orchestra:

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concerti-Tipp:

Interpretationen im Vergleich
Liszt: Eine Faust-Symphonie
Di., 27.2., 20:05 Uhr
BR-Klassik

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