Radio-Tipp 23.1.: 70 Jahre Bayerischer Rundfunk

Geburtstagsgrüße aus der Vergangenheit

Vor genau 70 Jahren wurde der Bayerische Rundfunk in seiner heutigen Form gegründet. Zur Feier des Tages gibt es musikalische Highlights aus dem Gründungsjahr.

Richard Strauss © Richard-Strauss-Institut Garmisch-Partenkirchen

Richard Strauss

Obwohl die „Deutsche Stunde in Bayern“ bereits 1922 gegründet wurde, begann die eigentliche Geschichte des Bayerischen Rundfunks erst 1949: Am 25. Januar jenes Jahres erlangte der Rudolf von Scholtz aufgrund des in Kraft getretenen Rundfunkgesetzes die Kontrolle über den Sender von der US-amerikanischen Militärregierung. Damit kam der Sender nicht nur zurück in deutsche Hände – zum ersten Mal seit der Übernahme des Rundfunks durch die Nationalsozialisten 1933 konnte der BR wieder selbst über das Programm für den Freistaat entscheiden.

Innerhalb von fünf Jahren entwickelte sich aus zunächst einem Hörfunksender, dem späteren Sender „Bayern 1“, ein zweites Hörfunkprogramm sowie die „Münchner Abendschau“, die im ARD übertragen wurde. In dieser Zeit entstanden auch das Münchner Rundfunkorchester sowie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, welches bis heute zu den bedeutendsten Klangkörpern der Welt gehört. Die beiden Orchester erhielten 1980 eine ganz besondere Plattform, als mit „Bayern 4 Klassik“ (das heutige „BR-Klassik“), die erste reine Klassik-Radiostation auf Sendung ging.

Schätze aus dem Archiv des Bayerischen Rundfunks

Zur Feier des siebzigjährigen Jubiläums überträgt BR-Klassik musikalische Schätze aus dem Archiv des Gründungsjahrs. Darunter findet sich auch die „Mondscheinmusik“ aus Richard Strauss’ Oper „Capriccio“. Diese besondere Aufnahme vom Juli 1949 im Münchner Funkhaus ist das letzte Tondokument mit Strauss als Dirigenten. Zwei Monate später verstarb der Komponist in Garmisch.

Einen Meilenstein in der Geschichte des Symphonieorchesters repräsentiert Franz Schmidts Oper „Notre Dame“, die zu den ersten Gesamtaufnahmen des Klangkörpers zählt. BR-Klassik präsentiert einen Ausschnitt aus der Aufnahme. Gleichzeitig engagierte sich der Sender mit dem Symphonieorchester für die Aufführung damals zeitgenössischer Werke von Igor Strawinsky oder dem musica viva-Gründer Karl Amadeus Hartmann und setzte damit ein Zeichen gegen die kulturpolitischen Überreste des Nazi-Regimes.

Doch nicht nur Aufnahmen des Symphonieorchesters erklingen an diesem Abend: BR-Klassik sendet beispielsweise auch Aufzeichnungen der Münchner Philharmoniker mit Paul Hindemith am Pult oder des Bayerischen Staatsorchesters unter der Leitung von Eugen Jochum.

Die „Mondscheinmusik“ aus Strauss‘ Oper „Capriccio“:

concerti-Tipp:

Mi. 23.1.2019, 20:05 Uhr
Bayerischer Rundfunk – BR Klassik
70 Jahre Bayerischer Rundfunk – Archivschätze aus dem Gründungsjahr 1949
Mit: Chor & Symphonieorchester des BR, Richard Strauss, Hans Hopf u. a.
Werke von R. Strauss, Strawinsky, Wagner, Hartmann, Brahms, Bach u. a.

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