Auch ein Meister muss erst einer werden: Als Ludwig van Beethoven im Jahr 1800 seine Erste Sinfonie vorstellt, hat er nicht nur das anspruchsvolle Wiener Publikum im Rücken, sondern außerdem die über 150 Gattungsbeiträge von Haydn und Mozart. An ihnen orientiert sich der 30-jährige Komponist – und weist zugleich schon mit dem harmonisch überraschenden Anfang seiner Ersten ins neue Jahrhundert. In diesem werden seine neun Sinfonien schließlich selbst zum Maßstab. Am Pult des WDR Sinfonieorchesters steht Marek Janowski, der in seiner mittlerweile 60-jährigen Karriere ebenfalls Maßstäbe gesetzt hat. Als Chefdirigent prägte er Spitzenorchester wie das Orchestre Philharmonique de Radio France und die Dresdner Philharmonie und arbeitet weiterhin mit den bedeutendsten Klangkörpern der Welt zusammen. Bei denen ist auch Geiger Franz Peter Zimmermann regelmäßig zu Gast, der Beethovens Violinkonzert interpretiert.
Den Blick aufs Wesentliche lenken
Frank Peter Zimmermann bezeichnet Beethovens Violinkonzert als den „Mount Everest“ des Repertoires. Das rund 40-minütige Stück taugt nicht zur virtuosen Selbstdarstellung, sondern verlangt neben spieltechnischem Können ein tiefes musikalisches Verständnis. Das entspricht Zimmermanns künstlerischem Anspruch: Immer wieder plädiert er dafür, den Blick von Äußerlichkeiten zu lösen und die Musik selbst ins Zentrum zu stellen. Mit den Berliner Philharmonikern legte er zuletzt eine vielbeachtete Einspielung des Werks vor, die mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik prämiert wurde. Einen entsprechend intensiven Konzertabend zeigt 3sat in einer Aufzeichnung aus der Kölner Philharmonie.
concerti-Tipp:
Marek Janowski dirigiert Beethoven
Sa. 28.2., 20:15 Uhr
3sat




