ECHO Klassik 2017: Fazıl Say

In Mozarts Welt

Fazıl Say erhält 2017 einen ECHO Klassik für seine Einspielung sämtlicher Klaviersonaten von Wolfgang Amadeus Mozart

© Marco Borggreve

Fazıl Say

Fazıl Say

Für Fazıl Say ist er „ein Jahrtausendgenie, dessen Schaffen die Menschheit in ihrer Gänze repräsentiert. Ein Vorbild für Schönheit und einen produktiven Menschen: In seiner Musik spiegelt sich die menschliche Güte – und das macht diese Musik einzigartig.“ Wolfgang Amadeus Mozart begleitet den Pianisten schon seit Beginn seiner Karriere. Umso erfreulicher, dass der Pianist nun ausgerechnet für seine Einspielung sämtlicher Klaviersonaten von Mozart einen ECHO Klassik erhält.

Zwischen Orient und Okzident

Mit drei Jahren hat Fazıl Say angefangen Klavier zu spielen und einfache Stücke zu komponieren. Geprägt wurde er durch sein Elternhaus ebenso wie durch sein Leben in Deutschland und den USA. Als Sohn eines Musikwissenschaftlers in Ankara geboren, kennt er sich sowohl in der traditionellen türkischen als auch in der klassischen und zeitgenössischen westlichen Musik bestens aus. Als Pianist und Komponist hat sich Fazıl Say der Annäherung verschiedener Musikkulturen verschrieben.

Zunächst studierte er Klavier und Komposition am Konservatorium seiner Heimatstadt und wurde 1985 bei einem Workshop von David Levine und Aribert Reimann entdeckt. Auf ihren Rat hin wechselte er an die Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. An der Universität der Künste Berlin schloss er seine Ausbildung ab. Seitdem spielt er als Pianist mit den bedeutendsten Orchestern und renommiertesten Kammermusikpartnern. Doch auch seine Kompositionen fanden von Beginn an Beachtung. In ihnen vermischen sich Einflüsse der klassischen Moderne – Strawinsky, Bartók, Ravel oder Szymanowski – mit der Folklore der Türkei und ihrer Nachbarländer sowie mit Jazzelementen.

© Marco Borggreve

Fazıl Say

Fazıl Say

Außergewöhnliche Ausdruckskraft

Ob er auch schon die ein oder andere Mozartsonate verjazzt hat? „Natürlich nicht, das ist geschriebene Musik, die ist heilig, egal wie mein Gefühl ist. Es gibt ja auch gute und schlechte Tage. Aber sicherlich wandelt sich die an sich fest einstudierte Interpretation von Abend zu Abend“, erklärt Say. Sein Mozart-Album sprüht vor Detailreichtum und Feinsinnigkeit. Mit seiner außergewöhnlichen Ausdruckskraft berührt Fazıl Say Publikum wie Kritiker seit mehr als einem Vierteljahrhundert in einer Weise wie es sie nicht mehr allzu häufig in der Musikwelt gibt. Seine Konzerte sind direkter, offener, aufregender. Man sieht ihn formlich in seiner typischen Haltung am Flügel sitzen: Die Schultern hängend, so als wolle er das Instrument umarmen, den Blick nach oben gewandt, ein Lächeln auf dem Gesicht – vollkommen vertieft in die Musik, die durch ihn zum Leben erwacht.

Fazıl Say spielt Mozart:

Preisträger-Album

Mozart: Sämtliche Klaviersonaten
Fazıl Say (Klavier)
Warner Classics

Aktuelles Album

Chopin: Nocturnes
Fazıl Say (Klavier)
Warner Classics

Termine

Samstag, 03.08.2019 18:30 Uhr VERDO Kultur- und Tagungszentrum

Fazıl Say

Sommerliche Musiktage Hitzacker
Mittwoch, 28.08.2019 20:00 Uhr Schloss Johannisberg Geisenheim

Senem Demircioğlu, Fazıl Say

Rheingau Musik Festival
Donnerstag, 29.08.2019 20:00 Uhr Die Glocke Bremen
Freitag, 13.09.2019 20:00 Uhr Die Glocke Bremen
Samstag, 14.09.2019 20:30 Uhr Gasteig München
Samstag, 28.09.2019 20:00 Uhr World Conference Center Bonn
Dienstag, 12.11.2019 20:00 Uhr Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld

Fazil Say

Mozart: Klaviersonate Nr. 12 F-Dur KV 332, Beethoven: Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57 „Appassionata“, Say: Troy Sonata op. 78

Freitag, 15.11.2019 20:00 Uhr Komische Oper Berlin

Nihan İnan, Burcu Karadağ, Fazıl Say, Aykut Köselerli, Jordan de Souza

Say: „Hezarfen“ Konzert für Neyflöte und Orchester op. 39 & „Goethe-Lieder“ für Sopran und Streichorchester mit Schlagzeug op. 44, Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73

Samstag, 16.11.2019 20:00 Uhr Stadthalle Braunschweig
Montag, 27.01.2020 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Academy of St Martin in the Fields, Fazıl Say und Leitung,

Arnold: Sinfonietta Nr. 1 op.48, Mozart: klavierkonzert A-Dur KV 414, Say: Silk Road op. 4, Bartók: Divertimento Sz 113

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