Eine der bedeutendsten Komponistinnen Australiens stammt aus Usbekistan: Elena Kats-Chernin wurde 1957 in Taschkent geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in der russischen Stadt Jaroslawl und ging mit 14 Jahren zur Ausbildung nach Moskau. Als 17-Jährige wanderte sie mit der Familie nach Australien aus, wo sie in Sydney das Klavier- und Kompositionsdiplom machte. Später führte sie ein Stipendium nach Deutschland zum Avantgardisten Helmut Lachenmann als Lehrer. „Sie scheint das Unmögliche zu vollziehen, denn sie baut eine Brücke zwischen zwei anscheinend unvereinbaren Gebieten, dem streng intellektuellen und dem zugänglichen“, schrieb der Sydney Morning Herald über Elena Kats-Chernin.
Dies trifft auch auf ihr Erfolgsstück „Clocks“ zu, 1993 für das Frankfurter Ensemble Modern komponiert. Darin hat sie die harmonischen Reibungskräfte Neuer Musik mit eingängigen Rhythmen verbunden. Elena Kats-Chernin komponierte Musik für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2000 in Sydney, ein Stück aus ihrer Ballettmusik „Wild Swans“ (2003) für das Australian Ballett erklang in einem Werbespot des Finanzunternehmens Lloyds. 2012 hat sie für den Auftakt der Intendanz von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin die drei erhaltenen Opern von Claudio Monteverdi neuartig instrumentiert, etwa mit E-Gitarre und der westafrikanischen Stegharfe Kora. Diese kreative Weltoffenheit, die charmant Dogmen aushebelt und neue Zusammenhänge herstellt, ist charakteristisch für ihr Schaffen.
Sorgte in Berlin für beschwingte Tanzrhythmen: Elena Kats-Chernin
Elena Kats-Chernins sinnliche Musiksprache integriert Impulse aus vielfältigen Traditionen, aus der Musikgeschichte, aus Folklore, populärer Tanzmusik, Klezmer und Jazz. Ihre Kompositionen sind geprägt von rhythmischer Energie, ansprechenden Melodien und farbenreichen Harmonien. In Deutschland trat sie in den letzten Jahren erfolgreich vor allem mit Musiktheater hervor. In der Spielzeit 2023/24 ist Elena Kats-Chernin Residenzkomponistin am Theater Magdeburg. Hier kann man ihre Musik im September bei der aktuellen Balletturaufführung „Schneewittchen“ erleben. Genau das Richtige für die Komponistin: Bereits in ihrer Kinderoper „Schneewittchen und die 77 Zwerge“ hat sie 2015 an der Komischen Oper Berlin für beschwingte Tanzrhythmen gesorgt.
Di., 12. Mai 2026 11:00 Uhr
Musiktheater
Ändere die Welt!
Magdalena Lucjan (A Mother), Natasha Gesto (A Grieving Woman), Yu He (A Revolutionary), Metehan Köklü (An Old Man), Amara van der Elst (Amara), Nathan Raskin (Leitung), Mart van Berckel (Regie)
Di., 12. Mai 2026 12:30 Uhr
Konzert
Di., 12. Mai 2026 15:00 Uhr
Konzert
Musikalischer Damentee
Andreas Paetzold (Leitung)
Di., 12. Mai 2026 15:00 Uhr
Musiktheater
Tschaikowsky: Jolanthe
Julia Ermakova (Jolanthe), Kyounghan Seo (Graf Vaudémont), Philipp Kranjc (René), Florian Tavic (Robert), Jung-Uk Oh (Ibn-Hakia), Pavel Baleff (Leitung), Marian Kalus (Regie)
Termintipp
Di., 12. Mai 2026 18:00 Uhr
Musiktheater
R. Strauss: Der Rosenkavalier
Camilla Nylund (Feldmarschallin), Günther Groissböck (Baron Ochs auf Lerchenau), Samantha Hankey (Octavian), Adrian Eröd (Herr von Faninal), Nikola Hillebrand (Sophie), Michael Spyres (Ein Sänger), Alexander Soddy (Leitung), Otto Schenk (Regie)

