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Rezension Andrea Sanguineti – Puccini: Messa di Gloria

Sentiment und Gewalt

Puccinis „Messa di Gloria“ und weitere Nebenwerke bieten unter der Leitung von Andrea Sanguineti teils spektakuläres Hörvergnügen.

vonRoland H. Dippel,

Dieses Album mit Nebenwerken Puccinis, teilweise aufführungspraktisch eingerichtet, ist ein geballtes Hörvergnügen. Die Essener Musikkollektive knüpfen an ihre von Stefan Soltész etablierte Erfolgsgeschichte für italienische Oper an, die Andrea Sanguineti derzeit konsequent weiterschreibt. Die Chöre, die beiden im Verdi– und Puccini-Fach bestens aufgehobenen Solostimmen und die Essener Philharmoniker agieren mit Kraft und Lust. Das Nadelöhr zwischen Kirche und Oper ist hier sehr eng, nicht nur beim von Puccini als Madrigal in „Manon Lescaut“ wiederverwendeten „Agnus Dei“. In seiner „Messa di Gloria“ aus dem Jahr 1880 hört man, was für einen massiven Einfluss die Implosionsdramatik von Verdis „Messa da Requiem“ auf die jüngere Generation ausübte. In einigen Steigerungen zeigt Sanguineti auch das latente Gewaltpotenzial in Puccinis Partituren und bringt dadurch Bariton Massimo Cavalletti zum unnötigen Forcieren. Das Album endet mit der spektakelnden Massenkomposition „Inno a Roma“, entstanden im Krisenjahr 1919: Eine spannende Reihung also, welche Puccinis Pflichtaufgaben nicht ausschließt.

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Puccini: Messa di Gloria, Preludio a orchestra, Scherzo a-Moll, Trio F-Dur, Capriccio sinfonico, Ad una morta & Inno a Roma

Alejandro Del Angel (Tenor), Massimo Cavaletti (Bariton), Aalto-Theater Essen Chor, Philharmonischer Chor Essen, Essener Philharmoniker, Andrea Sanguineti (Leitung)
Naxos

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