Tönende Historienmalerei

CD-Rezension Cornelius Meister – Weinberger: Wallenstein

Tönende Historienmalerei

Sattes musikalisches Geschichtspanorama: Jaromír Weinbergers „Wallenstein“ ist eine der letzten tonal durchkomponierten großen Opern

Zur düsteren Reminiszenz des Pappenheimer Marsches begibt sich Feldherr Wallenstein vor seiner Ermordung zur Ruhe. Vom lärmigen Beginn bis zum letzten Takt erweist sich diese späte historische Oper als sattes musikalisches Geschichtspanorama. Der vor seinem Selbstmord 1967 insbesondere durch den spektakulären Erfolg seines „Schwanda der Dudelsackpfeifer“ berühmte Jaromir Weinberger findet in der Vertonung von Friedrich Schillers Tragödie neben Lehár-Klängen für die Liebenden und martialischen Volksauftritten zu starken melodischen Szenen. Kurz vor der Annektierung Österreichs wurde „Wallenstein“ 1937 in Wien nach nur zwei Vorstellungen abgesetzt. Inmitten des ideal zusammengestellten Ensembles glänzt Roman Trekel nach seinen ruhmvollen Verdiensten um Siegfried Wagner mit einer weiteren Paraderolle im Schatten von Strauss und Berg. „Wallenstein“ ist eine der letzten tonal durchkomponierten großen Opern.

Weinberger: Wallenstein

Roman Trekel, Dagmar Schellenberger, Martina Welschenbach, Ralf Lukas, Daniel Kirch, ORF Symphonie Orchester, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Cornelius Meister (Leitung)
cpo

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