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Rezension Daniil Trifonov – Silver Age

Flügel mit Starkstromkabeln

Daniil Trifonov erweist sich mit Werken von Prokofjew, Skrjabin und Strawinsky erneut als Meister des russischen Repertoires.

vonChristian Lahneck,

Nach seiner Reise durch die vier Klavierkonzerte von Sergej Rachmaninow bleibt Daniil Trifonov auf dem russischen Gleis undbesucht nun unter dem Titel „Silver Age“ eine Trias: Prokofjew, Skrjabin und Strawinsky, u. a. mit Klavierfassungen von „Feuervogel“ und „Petruschka“, dem Klavierkonzert von Skrjabin und dem zweiten von Prokofjew, assistiert vom Mariinsky Orchestra und Valery Gergiev. Das Zusammenspiel von Orchester und Solist ist bereits mehrfach dokumentiert und funktioniert auch hier mühelos. Trifonov spielt, wie in Prokofjews Sarkasmen, glühend, als seien Starkstromkabel durch den Flügel verlegt. Das Experimentelle dieser Musik legt er schonungslos offen, gleichzeitig versteht er es, an den entscheidenden Stellen dem Flügel ganz eigene gesangliche Facetten abzugewinnen. Die rhythmische Prägnanz, die Wucht, der Drive, mit dem Trifonov vor allem Strawinskys Orchesterwerke auf dem Klavier zur Geltung bringt, sind genauso mitreißend wie seine pianistische Kolorierung. Gewichtig seine Interpretation der achten Sonate, wahrhaft „dolce“ am Beginn, risikolustig am Schluss.

Daniil Trifonov
Daniil Trifonov

Silver Age
Prokofjew: Klavierkonzert Nr. 2 op. 16, Sarkasmen op. 17, Klaviersonate Nr. 8 & Gavotte aus „Cinderella“ op. 95
Skrjabin: Klavierkonzert fis-Moll op. 20
Strawinsky: Serenade A-Dur, Feuervogel-Suite, Drei Sätze aus „Petruschka“

Daniil Trifonov (Klavier), Mariinsky Orchestra, Valery Gergiev (Leitung)
Deutsche Grammophon

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