Familiäre Eintracht: Die drei Brüder David Moreau, Edgar Moreau und Jérémie Moreau haben sich die beiden „großen“ Klaviertrios von Franz Schubert vorgenommen. Zudem noch Arrangements von Liedern des Komponisten. Die drei Moreaus, von denen sich jeder seit langem mit dem Werk Schuberts beschäftigt, interagieren konzentriert, bringen diese Musik mit Intensität, kantabel sowieso. Doch bleibt die Interpretation klangfarblich etwas zu eindimensional, nämlich sehr aufgelichtet. Auch könnte es mehr Reibung und Körniges im Spiel geben. Stattdessen wird über Dissonanzen und dramatische Zerklüftungen nonchalant hinweggespielt. Schade, denn die düsteren, angespannten Seiten gehören zur Welt Schuberts. Beim „Franzl“ war ja nicht alles Heurigen-Seligkeit. Vielmehr war er mit unerfüllter schwuler Liebe und politischer Repression des Metternich-Staates konfrontiert. Ganz zu schweigen von der lebensbedrohlichen Syphilis-Erkrankung. Mit ein bisschen Melancholie, etwas Schatten, ein wenig Sehnen ist es da nicht getan. Die eher leichtherzige Lesart der Moreau-Brüder ist in dieser familiären Harmonie dann doch insgesamt zu brav.
Schubert: Klaviertrios & Lieder
David Moreau (Violine), Edgar Moreau (Violoncello), Jérémie Moreau (Klavier)
Erato



