Wie könnte eine „Carte blanche“ von Clara Schumann aussehen? Ein Abend im Freundeskreis, bei dem Künstlerkollegen, unabhängig von der Spanne ihrer Lebenszeit, im Salon der Komponistin aufspielen? Pianistin Heike-Angela Moser gibt in „The Landscape of Clara Schumann” eine mögliche Antwort auf das Gedankenspiel. Zu Wort kommen dabei Vorbilder und Inspirationsquellen der Meisterpianistin wie Baldassare Galuppi und Franz Schubert, aber auch die Zeitgenossen Fanny Hensel, Johannes Brahms, Pauline Viardot-Garcia und ihr Mann Robert.
Es ist eine Wohltat, dass Moser das klug kuratierte Programm auf einem Hammerflügel von 1859 eingespielt hat – ein ähnliches Modell stand Clara Schumann zur Verfügung. Mit der nötigen Akkuratesse und Zärtlichkeit gelingt es Moser, den besonderen Klangcharakter des Instruments in den einzelnen Stücken aufleuchten zu lassen. Der vergleichsweise dünne und filigrane Diskant etwa harmoniert hervorragend mit der Galuppi-Sonate und dem Tänzerischen in Schuberts späten Klavierstücken, der noble, sehr geerdete Bass wiederum lässt Brahms’ Intermezzi fast entrücken. Mosers Pedalgebrauch ist präzise, auch lange Nachhall-Momente sind nicht verwaschen. Wer auf den heutzutage allgegenwärtigen Steinway-Klang verzichten kann, bekommt hier ein Schmuckkästchen und den Schlüssel zu einer Reise ins 19. Jahrhundert.
The Landscape of Clara Schumann
Galuppi: Sonate Nr. 5 C-Dur, Schubert: Drei Klavierstücke D 946, Brahms: Intermezzi op. 117/1-2, Hensel: Allegro molto c-Moll, Mendelssohn: Lied ohne Worte op. 62/6, C. Schumann: Scherzo d-Moll op. 10, R. Schumann: Romanze Fis-Dur op. 28/2, Viardot-Garcia: Serenade f-Moll
Heike-Angela Moser (Hammerflügel)
Coviello







