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Rezension Lahav Shani – Dvořák: Neunte Sinfonie

Frische Perspektiven

Dvořáks neunte Sinfonie wird mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest und Lahav Shani zum Ereignis mit jeder Menge Entdeckungen.

vonEcki Ramón Weber,

Die berühmte Neunte „Aus der Neuen Welt“ von Dvořák präsentieren das Rotterdams Philharmonisch Orkest und sein junger Chef Lahav Shani nicht als Stück mit Ohrwurmqualitäten, was sich ja sowieso ergibt. Stattdessen kreieren sie ein fesselndes Spiel der Kontraste. Schon alleine, wie in der langsamen Einleitung des Kopfsatzes spannende Erwartung atmosphärisch gezaubert wird, wie dann Orchesterschläge einsetzen, Steigerungen folgen und sich schließlich das Hauptthema immer mehr durchsetzt, fasziniert. Gesten und Phrasierungen sind durchgehend vital gestaltet. Gleichzeitig ist das Orchesterbild beeindruckend transparent, als säße man mitten im Geschehen. Genauso atmosphärisch, als bezwingende Klangbilder mit weitem Horizont, ja als fesselnde Hörfilme mit Tiefenschärfe, geraten die übrigen Sätze. Bei solch frischen Perspektiven geht man auch bei einem populären Dauerbrenner gerne aufmerksam mit. Dazu gibt es die ausladende Konzertouvertüre „Cyrano de Bergerac“ des aus Utrecht stammenden Johan Wagenaar, eine Generation jünger als der böhmische Kollege. Die an Mendelssohn, Wagner und Strauss geschulte Dramatik wird hier gekonnt eingefangen. Die CD ist eine lohnende Erinnerung an die acht Jahre Shanis in Rotterdam, der nach dieser Saison zu den Münchner Philharmonikern geht.

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Dvořák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der Neuen Welt“, Wagenaar: Cyrano de Bergerac op. 23

Rotterdams Philharmonisch Orkest, Lahav Shani (Leitung)
Warner

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