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Rezension Jan Lisiecki – Mozart: Klavierkonzerte

Seelen-Pas-de-deux

In zwei Klavierkonzerten von Mozart ziehen Solist Jan Lisiecki und die von Manfred Honeck geleiteten Bamberger Symphoniker ausbalanciert an einem Strang.

vonChristoph Vratz,

„Andante“ kann vielerlei bedeuten. Manfred Honeck und die Bamberger Symphoniker entscheiden sich im Mittelsatz von Mozarts Es-Dur-Konzert KV 482 für einen verhaltenen Ansatz. Fast könnte man es bedächtig nennen, wenn hier nicht so innig und feingliedrig musiziert würde. Sobald Jan Lisiecki am Klavier hinzutritt, wird schnell klar, dass Orchester und Solist an einem Strang ziehen. Man mag über diese Tempo-Ausrichtung diskutieren, doch Lisiecki zeigt, dass er der Musik viele, nicht zuletzt gesangliche Nuancen abgewinnt und dass sein Anschlag Mozarts Kern trifft. Das gilt auch für das zweite Es-Dur-Konzert auf diesem Album. Bei KV 271 fällt vor allem im Finale der kernige Zugriff auf: der Beiname „Jeunehomme“ gerät zum Synonym für „Sturm und Drang“, doch keineswegs ungezügelt, sondern jederzeit gut ausbalanciert. Auch bei Nebenstimmen beweist Lisiecki Umsicht. Wiederum gelingt das Seelen-Pas-de-deux mit den Bambergern.

Mozart: Klavierkonzerte Nr. 9 & Nr. 22

Jan Lisiecki (Klavier), Bamberger Symphoniker, Manfred Honeck (Leitung)
Deutsche Grammophon

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